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Medizin

Klinikkeim entwickelt Toleranz auf Desinfektionsmittel

Donnerstag, 2. August 2018

/dpa

Melbourne – Die Verwendung von alkoholischen Lösungen zur Händedesinfektion hat an zwei großen Kliniken in Australien seit 2010 zur Ausbreitung von Enterokokken geführt, die eine Toleranz gegen Isopropanol entwickelt haben. Die in Science Translational Medicine (2018; doi: 10.1126/scitranslmed.aar6115) vorgestellten Ergebnisse könnten erklären, warum es anders als bei MRSA nicht gelungen ist, die Ausbreitung von E. faecium einzuschränken.

Das Austin Hospital und das Monash Medical Centre, beide in Melbourne, bemühen sich seit Jahren, nosokomiale Keimen durch hygienische Maßnahmen zu stoppen. Eine zentrale Maßnahme ist die Desinfektion der Hände mit einer isopropanolhaltigen Lösung. Die Zahl der Infektionen durch methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) konnte tatsächlich in den letzten Jahren gesenkt werden. Die Zahl der Infektionen durch Enterokokken ist dagegen angestiegen. Vor allem E. faecium hat sich zu einem wichtigen Erreger nosokomialer Infektionen entwickelt.

Dies hat Sacha Pidot von der Universität Melbourne und Mitarbeiter veranlasst, die Empfindlichkeit von E. faecium gegenüber Isopropanol zu untersuchen. Ergebnis: Einige Stämme von E. faecium, allen voran der Stamm ST796, hat eine deutliche Toleranz auf das Desinfektionsmittel entwickelt.

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Experimente an Mäusen ergaben, dass die E.-faecium-Isolate nach einer Kontamination des Käfigs den Gastrointestinaltrakt der Tiere besiedelten, was durch eine Desinfektion des Käfigs nicht verhindert werden konnte.

Die Analyse des Erbguts ergab, dass die alkoholtoleranten Bakterien zahlreiche Mutationen in Stoffwechselgenen auswiesen. Explizite Resistenzgene wie bei Antibiotikaresistenzen konnten sie jedoch nicht ermitteln.

Die Ergebnisse liefern eine plausible Erklärung für die Ausbreitung von E. faecium, die auch in anderen Ländern zu beobachten ist. Ob die Alkoholtoleranz des Bakteriums auch in anderen Ländern aufgetreten ist, müsste noch untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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Markus Gruber
am Mittwoch, 15. August 2018, 22:06

Sauberkeit hat oberste Priorität

In Kliniken hat Sauberkeit und eine sterile Umgebung oberste Priorität. Dabei ist die tägliche Reinigung der Räumlichkeiten mittels Putzschwamm und Staubsauger in den Patientenzimmern genauso wichtig wie die Desinfektion der Hände und das Steril halten der Instrumente.

Eine Toleranz gegen Isopropanol ist schlimm genug, dann sollte aber jedoch ein anderes Desinfektionsmittel verwendet werden, das wirkt.
Jay
am Samstag, 4. August 2018, 00:35

Kolloidales Silber

Warum nicht mit kolloidalen Silber die Hände desinfizieren wenn alkoholischen Lösungen nicht wirken ? Ich verstehe nicht das kolloidales Silber nicht als Desinfektionsmittel Kliniken benutzt wird.


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