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Politik

Kosten für Rettungs­dienst in Thüringen steigen

Freitag, 3. August 2018

/dpa

Erfurt – In der Dauerdebatte um die Rettungsleitstellen in Thüringen fordern die Krankenkassen weiterhin eine deutliche Reduzierung der Anzahl. „Gerade Leitstellen mit einem kleinen Einzugsbereich stehen jetzt schon unter hohem Kostendruck“, sagte der Landeschef des Ersatzkassen-Verbands vdek, Arnim Findeklee. „Je kleiner der Einzugsbereich einer Leitstelle, desto weniger effizient ist es für die Kommunen, Personal und Leitstellentechnik vorzuhalten.“ Kleine Einzugsbereiche bedeuteten schlicht zu wenige Einsätze, um eine Einrichtung effizient betreiben zu können.

In Thüringen gibt es derzeit 13 Leitstellen – bei 17 Landkreisen und sechs kreisfreien Städten. Das Innenministerium will den Landräten in der kommenden Woche die Ergebnisse eines neuen Gutachtens zur Struktur vorstellen, wie ein Sprecher sagte. Die Krankenkassen plädieren schon seit Jahren für vier Leitstellen – so wie es auch ein älteres Gutachten empfehle, sagte Findeklee. Für die Kommunen effiziente Strukturen ließen sich nur kreisübergreifend organisieren. Einige Kommunen bildeten schon Verbünde.

Die Kosten der Krankenkassen für medizinische Rettungseinsätze sind nach Verbands­angaben im vergangenen Jahr auf 5,7 Millionen Euro gestiegen. Die Kassen bezahlen eine landesweit einheitliche Leitstellengebühr – derzeit gut zwölf Euro pro Einsatz – und vergüten außerdem Rettungsfahrten zu Kliniken, Krankentransporte und Notarzteinsätze. 2009 lagen diese Kosten noch bei rund 4,1 Millionen Euro.

Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Einsätze deutlich zu. Schickten die Leitstellen 2009 die Fahrzeuge noch zu 370.000 Einsätzen, waren es im vergangenen Jahr 456.000. Für Findeklee wirkt sich hier nicht nur die Alterung der Bevölkerung und das damit verbundene erhöhte Krankheitsrisiko aus. Auch die Spezialisierung von Krankenhäusern mit mehr Patiententransporten untereinander spiele eine Rolle.

Zudem würden Rettungsdienste häufiger zu Bagatelleinsätzen gerufen. „Das ist ähnlich wie in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, Angebot schafft Nachfrage“, erklärte er. © dpa/aerzteblatt.de

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