NewsÄrzteschaftVertragsärzte sehen Terminservice- und Versorgungsgesetz skeptisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Vertragsärzte sehen Terminservice- und Versorgungsgesetz skeptisch

Freitag, 3. August 2018

/dpa

Berlin – Das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wird von vielen niedergelassenen Vertragsärzten skeptisch gesehen. Das sagte der Vorstands­vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, in einem Interview mit KV.on. Damit reagierte der KBV-Chef auf den von Bundesgesundheits­minister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Referentenentwurf des TSVG.

Insgesamt herrsche bei vielen Ärzten „ein gewisses Unverständnis darüber“, dass man sie mit einer Erhöhung der Sprechstundenzeit konfrontiere. Dabei irritiere vor allem die Tatsache, dass sich der Gesetzgeber in eine bundesmantelvertragliche Regelung einmischt“. „Grundsätzlich muss man sich einfach vor Augen führen, dass Praxen üblicherweise privat geführte Unternehmen sind“, sagte Gassen.

Positiv werde dagegen wahrgenommen, dass einer Erhöhung der Sprechstundenzeit auch eine Mehrvergütung folgen solle. Aufgrund der seit Jahren bekannten „Blockadehaltung der Kassen“, seien die meisten Ärzte allerdings „sehr, sehr skeptisch“, ob tatsächlich mehr Geld bereitgestellt werde, so der KBV-Chef. Bei der Durchsetzung der versprochenen Vergütung der Mehrleistung sieht der KBV-Chef den Bundes­gesundheitsminister in der Pflicht. Er müsse dafür sorgen, dass die Krankenkassen seine Vorstellungen – mehr Vergütung für mehr Leistung – nicht in alter Manier blockierten.

Das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz zielt unter anderem darauf ab, dass Vertragsärzte künftig wöchentlich mindestens 25 statt der bisher 20 Sprech­stunden anbieten müssen. Zudem sollen Arztgruppen der unmittelbaren und wohnortnahen Versorgung verpflichtet werden, mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne vorherige Terminvergabe anzubieten. Das erweiterte Sprechstundenangebot soll mit extrabudgetären Vergütungsansätzen gefördert werden. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. August 2018
Berlin – Deutliche Kritik am Referentenentwurf eines Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG) übt die Kassenärztliche Bundesvereinigung
KBV kritisiert dirigistischen Ansatz der Politik beim Terminservice- und Versorgungsgesetz
16. August 2018
Berlin – Die neuen erweiterten Aufgaben der momentanen Terminservicestellen können nicht alleine durch eine Leistungsvergütung der Krankenkassen abgedeckt werden. Dieser Ansicht ist die
Bundesärztekammer regt Steuermittel für erweiterte Terminservicestellen an
16. August 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erhält in den laufenden Honorarverhandlungen Rückendeckung vom Deutschen Hausärzteverband (DHÄV). Der hielt die Krankenkassen dazu an, die
Hausärzteverband gibt KBV Rückendeckung in Honorarverhandlungen
15. August 2018
Berlin – Die Honorarverhandlungen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband sind am ersten Verhandlungstag nach achtstündigen Gesprächen in den Räumen des
Honorarverhandlungen: Kassen lehnen KBV-Forderungen ab
14. August 2018
Berlin – Kritik an den geplanten Regelungen zu Sprechstundenzeiten und Lob für die in Aussicht gestellte extrabudgetäre Vergütung. So kommentieren Bundes­ärzte­kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery
Die Krankenkassen sind in der Finanzierungsverantwortung
13. August 2018
Berlin – Für einen großen Teil der vertragsärztlichen Leistungen ist die Vergütung in den vergangenen Jahren im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung kaum angestiegen. Das berichtet das
Orientierungswert: Geringe Steigerungen für vertragsärztliche Leistungen
13. August 2018
Berlin – Ab Oktober müssen Terminservicestellen unter bestimmten Voraussetzungen auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten vermitteln. Zeitgleich tritt eine neue Version des

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER