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Autoinjektor gegen allergische Schocks: Lieferengpass kann nicht aufgefangen werden

Freitag, 3. August 2018

/dpa

Bonn – Der bestehende Lieferengpass eines Autoinjektors gegen allergische Schocks kann derzeit nicht von anderen Pharmaunternehmen aufgefangen werden. Einer Sprecherin des Unternehmens ALK zufolge, das den Injektor „Jext“ produziert, sei die Nachfrage, die durch die Ausfälle beim Marktführer Pfizer entstehe, nicht zu decken. Die eigene Produktion sei schon hochgefahren worden, dennoch bleibe eine Lücke. „Alles, was wir produzieren, wird uns aus den Händen gerissen“, sagte sie.

Das Unternehmen Bausch + Lomb, das hinter dem Injektor „Emerade“ steht, argu­mentierte ähnlich. Die Nachfrage sei als Folge des Engpasses beim Wettbewerber so stark angestiegen, dass man Schwierigkeiten bei der kurzfristigen Kompensation gehabt habe – auch wenn man nun mehr produziere. „Bausch + Lomb bedauerten es sehr, dass trotz aller Bemühungen eine vollständige Aufhebung aller Lieferengpässe über die kommenden Sommermonate auf dem deutschen Markt nicht gewährleistet werden kann“, erklärte eine Sprecherin.

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Eine Sprecherin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte zuvor erklärt, dass zwischen einem Liefer- und einem Versorgungsengpass zu unterscheiden sei. „Es ist nicht so, dass es kein anderes Mittel auf dem Markt mehr gebe“, sagte sie. Als Alternativen gibt es laut BfArM die Mittel „Jext“ und „Emerade“ genannt.

Hintergrund für die Probleme sind Produktionsprobleme bei dem Injektor „Fastjekt“, wie aus der Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn hervorgeht. Dabei handelt es sich um einen Autoinjektor, mit dem man sich Adrenalin spritzen kann, wenn eine schwere allergische Reaktion auftritt – etwa bei einem Wespenstich oder bestimmten Nahrungsmitteln. Für Allergiker können solche Situationen lebensbedrohlich sein. Auch der „Fastjekt Junior“ für Kinder ist betroffen.

„Wir arbeiten intensiv an einer Lösung, wie wir schnellstmöglich die Produktion hochfahren und die Lieferung beschleunigen können“, erklärte der Hersteller Pfizer. Die Verfügbarkeit variiere derzeit von Apotheke zu Apotheke. Die Lieferbarkeit hänge von Zulieferungen bestimmter Komponenten durch Drittanbieter ab. „Zudem haben Prozessänderungen die Kapazität in unserer Produktionsstätte vorübergehend begrenzt“, teilte das Unternehmen mit. Der Engpass von „Fastjekt“ soll laut Datenbank im September behoben sein. © dpa/aerzteblatt.de

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