NewsPolitikAutoinjektor gegen allergische Schocks: Lieferengpass kann nicht aufgefangen werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Autoinjektor gegen allergische Schocks: Lieferengpass kann nicht aufgefangen werden

Freitag, 3. August 2018

/dpa

Bonn – Der bestehende Lieferengpass eines Autoinjektors gegen allergische Schocks kann derzeit nicht von anderen Pharmaunternehmen aufgefangen werden. Einer Sprecherin des Unternehmens ALK zufolge, das den Injektor „Jext“ produziert, sei die Nachfrage, die durch die Ausfälle beim Marktführer Pfizer entstehe, nicht zu decken. Die eigene Produktion sei schon hochgefahren worden, dennoch bleibe eine Lücke. „Alles, was wir produzieren, wird uns aus den Händen gerissen“, sagte sie.

Anzeige

Das Unternehmen Bausch + Lomb, das hinter dem Injektor „Emerade“ steht, argu­mentierte ähnlich. Die Nachfrage sei als Folge des Engpasses beim Wettbewerber so stark angestiegen, dass man Schwierigkeiten bei der kurzfristigen Kompensation gehabt habe – auch wenn man nun mehr produziere. „Bausch + Lomb bedauerten es sehr, dass trotz aller Bemühungen eine vollständige Aufhebung aller Lieferengpässe über die kommenden Sommermonate auf dem deutschen Markt nicht gewährleistet werden kann“, erklärte eine Sprecherin.

Eine Sprecherin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte zuvor erklärt, dass zwischen einem Liefer- und einem Versorgungsengpass zu unterscheiden sei. „Es ist nicht so, dass es kein anderes Mittel auf dem Markt mehr gebe“, sagte sie. Als Alternativen gibt es laut BfArM die Mittel „Jext“ und „Emerade“ genannt.

Hintergrund für die Probleme sind Produktionsprobleme bei dem Injektor „Fastjekt“, wie aus der Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn hervorgeht. Dabei handelt es sich um einen Autoinjektor, mit dem man sich Adrenalin spritzen kann, wenn eine schwere allergische Reaktion auftritt – etwa bei einem Wespenstich oder bestimmten Nahrungsmitteln. Für Allergiker können solche Situationen lebensbedrohlich sein. Auch der „Fastjekt Junior“ für Kinder ist betroffen.

„Wir arbeiten intensiv an einer Lösung, wie wir schnellstmöglich die Produktion hochfahren und die Lieferung beschleunigen können“, erklärte der Hersteller Pfizer. Die Verfügbarkeit variiere derzeit von Apotheke zu Apotheke. Die Lieferbarkeit hänge von Zulieferungen bestimmter Komponenten durch Drittanbieter ab. „Zudem haben Prozessänderungen die Kapazität in unserer Produktionsstätte vorübergehend begrenzt“, teilte das Unternehmen mit. Der Engpass von „Fastjekt“ soll laut Datenbank im September behoben sein. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. August 2018
Potsdam – Das im Zentrum des Pharmaskandals in Brandenburg stehende Unternehmen Lunapharm hat nach Erkenntnissen der Behörden zwischen 2015 und 2017 von einer griechischen Apotheke, die auch
Pharmaskandal: 4.651 Arzneimittelpackungen aus griechischer Apotheke bezogen
20. August 2018
Edinburgh – Eine Paracetamolvergiftung löst in der Leber Mechanismen einer plötzlichen Zellalterung aus, die die Regenerationsfähigkeit des zentralen Stoffwechselorgans untergraben. Die in Science
Krebsmedikament könnte akutes Leberversagen nach Paracetamolüberdosis verhindern
17. August 2018
Berlin – Im Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten sieht die Bundesregierung vorerst die für die Aufsicht zuständigen Bundesländer am Zug. Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
Bundesregierung sieht bei Pharmaskandal vorerst Landesbehörden am Zug
16. August 2018
Potsdam – Im Pharmaskandal hat Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) eine umfassende Aufklärung zugesagt. Es müsse geklärt werden, was bei der Aufsicht und Kontrolle schief gelaufen sei,
Pharmaskandal: Woidke verspricht Aufklärung
16. August 2018
Berlin – Im Skandal um ein Brandenburger Unternehmen, das mit gestohlenen Krebsmedikamenten gehandelt haben soll, fordert Berlins FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja eine Aufklärung auf Bundesebene.
Czaja verlangt Aufklärung im Pharmaskandal auf Bundesebene
15. August 2018
Bonn/München – Wegen einer Verunreinigung mit einem möglicherweise krebserregenden Stoff ruft der Münchner Pharmahersteller Aurobindo einen Blutdrucksenker zurück. Es handele sich um die Charge
Valsartan: Erneut Blutdrucksenker zurückgerufen
15. August 2018
Berlin/Potsdam – Vom Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten sind nach Erkenntnissen der Berliner Behörden mindestens 220 Patienten in der Region betroffen. Nach aktuellem Stand seien

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER