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Politik

Sozialausgaben betragen fast eine Billion Euro

Freitag, 3. August 2018

/Stockfotos-MG, stockadobecom

Berlin – Deutschland hat im vergangenen Jahr knapp eine Billion Euro, also 1.000 Milliarden Euro, für Sozialleistungen ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Ausgaben um 36,5 Milliarden Euro oder 3,9 Prozent auf 965,5 Milliarden Euro gestiegen – so hoch wie noch nie, wie das Bundessozialministerium in Berlin mitteilte. Die Wirtschaftskraft Deutschlands (BIP) legte in diesem Zeitraum um 3,8 Prozent zu.

In den vergangenen 25 Jahren haben sich die Sozialausgaben den Angaben zufolge mehr als verdoppelt. Allerdings ist in dieser Zeit auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprechend angestiegen, von knapp 1.750 Milliarden auf 3.263 Milliarden Euro im Jahr 2017. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 29,6 Prozent des BIP für Soziales (+ 0,1 Prozent) ausgegeben, der höchste Wert seit 2010. Vor 25 Jahren lag diese sogenannte Sozialleistungsquote aber auch schon bei 27,1 Prozent vom BIP.

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Kran­ken­ver­siche­rung an zweiter Stelle

Seit 1991, also quasi seit der Wiedervereinigung, bewegt sich die Quote zwischen 25 und 30 Prozent, mit einem deutlichen Ausschlag von 30,6 Prozent 2009, was damals in erster Linie Folge der Finanzkrise und der dadurch gesunkenen Wirtschaftskraft gewesen sei, hieß es. Dabei sind keine großen Unterschiede der Sozialleistungsquote während der rot-grünen Bundesregierung und den Koalitionen unter Angela Merkel erkennbar.

Die größten Summen entfielen im vergangenen Jahr erwartungsgemäß auf die Rentenversicherung (304,1 Milliarden), die Kran­ken­ver­siche­rung (228,6 Milliarden), die Beamtenpensionen (57,7 Milliarden), die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (52,1 Milliarden) und die Grundsicherung für Arbeitssuchende (45 Milliarden) sowie die Sozialhilfe (40 Milliarden).

Damit wurden von dem Gesamtbudget von 965,5 Milliarden Euro 563,1 Milliarden Euro an Einkommensleistungen ausgezahlt, also Renten, Lohnfortzahlung oder Arbeits­losengeld. 362,1 Milliarden Euro wurden für Sachleistungen ausgegeben wie Arztbehandlung, Medikamente oder Wohngeld. 35,6 Milliarden Euro wurden für die Verwaltung des Sozialsystems ausgegeben.

Finanziert wurde das gesamte Sozialsystem zu 34,2 Prozent durch Arbeitgeber­zuschüsse, 33,4 Prozent durch den Staat und zu 30,8 Prozent durch Beiträge der Versicherten. Über die Veröffentlichung hatte zuerst die Bild-Zeitung berichtet.

Die Steigerungen dürften in den vergangenen Jahren vor allem auf die alternde Gesellschaft und damit die zunehmenden Leistungen für Rentner und Pensionäre zurückzuführen sein. Weiterer Grund könnten die Kosten für Flüchtlinge sein. Allerdings sind die verschiedenen Leistungen für Flüchtlinge in dem Sozialbudget 2017 des Sozialministeriums nicht extra aufgeführt. Sie dürften im Bereich Sozialhilfe oder auch Arbeitslosenversicherung inzwischen auch wieder deutlich zurückgegangen sein, denn Asylbewerber können nach 15 Monaten offiziell arbeiten. © dpa/aerzteblatt.de

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