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Medizin

Anaphylaxie: Defizite bei der Selbstmedikation

Dienstag, 7. August 2018

Autoinjektion intramuskulär bei einem allergischen Schock /oldmn, stock.adobe.com
Außerhalb der Intensivmedizin ist die intramuskuläre Applikation von Adrenalin mit einem Autoinjektor die Methode der Wahl, vor allem bei mittelschweren Reaktionen. /oldmn, stock.adobe.com

München/Wiesbaden/Berlin – Anaphylaktische Reaktionen nehmen weltweit zu. Das belegen Zahlen für Europa, USA und Asien. Die Akutbehandlung mit Adrenalin bei dieser allergischen Sofortreaktion bewerten die Autoren einer Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt positiv (Dtsch Arztebl Int 2018; 115(31-32): 528-34). Erhebliche Lücken würden hingegen bei der weiterführenden Diagnostik bestehen, der Ver­schreibung von Notfallmedikamenten und bei Patientenschulungen.

Das Hauptproblem vieler Betroffener: Ihnen wird kein Adrenalin-Autoinjektor verschrie­ben. Nach einer erfolgreichen Versorgung im Krankenhaus gehen die meisten Patienten ohne Informationen für ein weiteres Management und ohne Notfallset wieder nach Hause. Auf diesen Missstand weisen unter anderem Studien aus Belgien und München hin.

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Ein Notfallset zur Selbstmedikation enthält Antihistamin, Glukokortikoid- und Adrenalin-Autoinjektoren. Diese können in Dosis, Haltbarkeit und Nadellänge variieren und sind daher nicht einfach austauschbar, warnt das Autorenteam. Um die Injektoren für die intramuskuläre Gabe richtig anzuwenden, bedarf es etwas Übung. Auf diese notwendige Beratung sollten Ärzte ihre Patienten hinweisen.

Die häufigsten Anaphylaxie-Auslöser:

  • Wespe, Biene, Hülsenfrüchte (Erdnuss), tierische Proteine, Nüsse, Getreide, Hornisse, Früchte, Gemüse usw.

Ein Schulungsangebot der Arbeits­gemeinschaft „Anaphylaxie Training und Edukation“ wurde bereits im Rahmen einer prospektiv, randomisierten Studie untersucht. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Teilnahme.

Die Anaphylaxie ist die häufigste und oft lebensbedrohliche Notfallsituation in der  Allergologie. Vor allem nahrungs­induzierte Anaphylaxien im Kindesalter haben zugenommen. Schätzungen zufolge ergibt sich eine Lebenszeitprävalenz bei Anaphylaxien in der Bevölkerung von 0,3 bis 15 %.

© gie/aerzteblatt.de

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