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Politik

IQWiG legt Konzept für nationales Gesundheitsportal vor

Dienstag, 7. August 2018

/chagin, stockadobecom

Köln – Die Politik hat beschlossen, dass ein nationales Gesundheitsportal zum zentralen deutschen Internetangebot für Gesundheitsfragen werden soll. Ziele sind, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu steigern und Menschen mit geringerer Gesundheitskompetenz einen vereinfachten Zugang zu Beratungsangeboten zu ermöglichen. Wie das Portal genau aussehen soll, dazu hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) jetzt dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Konzept in einem Abschlussbericht vorgelegt. Das Papier ist bislang nicht veröffentlicht. Aus gut informierten Kreisen hieß es aber, das Abschlusskonzept weise keine wesentlichen Veränderungen zum Vorabkonzept aus dem Februar dieses Jahres vor.

Gemeinsame Qualitätsstandards

Eine vollständige Neuerstellung von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen ist in dem Vorabkonzept laut IQWiG nicht vorgesehen – immerhin gebe es in dieser Richtung bereits etliche gute Angebote, nicht zuletzt vom IQWiG selbst. Vielmehr sieht das Konzept vor, dass die Inhalte des Portals von „Contentpartnern“ bereitgestellt werden. Diese Anbieter von Gesundheitsinformationen sollen sich freiwillig und unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und ihre Inhalte auf einer gemeinsamen Plattform bereitstellen.

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Das IQWiG hat für die Konzepterstellung Institutionen im Gesundheitswesen angeschrieben und um Rückmeldung und weitere Mitarbeit an dem Konzept für das nationale Gesundheitsportal gebeten. Zudem wurde der Fragebogen offen zugänglich im Internetangebot des IQWiG bereitgestellt. Das Institut erhielt auf diese Weise 97 Rückmeldungen zum Konzept, die in den Abschlussbericht eingeflossen sind.

Danach soll das Portal zunächst sieben Module umfassen: evidenzbasierte Gesundheitsinformationen, evidenzbasierte Präventionsangebote, Navigator zu persönlichen/telefonischen Beratungsangeboten, Navigator zu Kliniken, Ärzten, Pflegeeinrichtungen und anderen Angeboten der Gesundheitsversorgung, Navigator/Erläuterungen der Strukturen des deutschen Gesundheitswesens, Navigator zu laufenden klinischen Studien, gegebenenfalls Bewertung aktueller Medienberichte.

„Diese Navigationshilfe zu Beratungsangeboten ist ebenso wichtig wie die Sammlung guter Gesundheitsinformationen“, sagte Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheits­information im IQWiG, bei der Vorlage des Vorberichts im Februar dieses Jahres.

„Insgesamt ergab die Erhebung, dass für alle Module bereits wesentliche Kerninhalte sowie potenzielle Kooperationspartner in Deutschland vorhanden sind und der Aufbau eines kooperativen, nationalen Gesundheitsportals möglich ist“, berichten die IQWiG-Autoren. Die Qualitätskriterien für die Angebote lägen ebenfalls vor, seien aber noch heterogen und erforderten eine übergreifende Definition und Vereinheitlichung.

Aus den Anforderungen an den Portalträger ergäben sich weitgehend identische grundsätzliche Anforderungen an die Contentpartner. Auch sie müssten den Zielen und Anforderungen des Portals verpflichtet sein. Zudem müsse das von ihnen bereitgestellte Angebot frei von kommerziellen Interessen sein. Contentpartner müssten Transparenzanforderungen und modulspezifische Anforderungen an die Qualitätssicherung erfüllen.

Akkreditierungs­verfahren vorgesehen

„Die tatsächliche Bereitschaft, sich als Partner des Portals zu beteiligen, wird jedoch von der Ausgestaltung des Trägers, den Qualitätsanforderungen und dem vom Träger des Portals zu erstellenden Feinkonzept abhängen“, heißt es im IQWiG-Konzept. Voraussetzung für die Beteiligung der Content-Partner am Portal sei ein Akkreditierungs­verfahren. Für den Start des Portals sei es sinnvoll, „Mindeststandards mit Augenmaß“ festzulegen, und dann im Dialog mit den Beteiligten das Niveau im Laufe einer definierten Frist anzuheben und zu vereinheitlichen, so die IQWiG-Wissenschaftler. Wichtig sei außerdem, die Zielgruppe – also Patienten – frühzeitig einzubeziehen.

Das IQWiG schlägt vor, das Portal stufenweise aufzubauen. „Als erste nutzbare Ausbaustufe bietet sich eine Suchmaschine an, die ausschließlich die Inhalte akkreditierter Contentpartner erfasst und den Nutzern dem Stand der Technik entsprechende Trefferlisten liefert“, heißt es im Konzept. Eine wissenschaftlich fundierte Evaluation sollte aber von Anfang an erfolgen. © hil/aerzteblatt.de

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