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Medizin

NSTEMI: Neuer Algorithmus kann Herzinfarkt schneller ausschließen

Montag, 6. August 2018

/dpa

Dallas – Die Einführung des hochsensitiven Troponin-Nachweises (hsTroponin) hat die Diagnose eines Myokardinfarkts bei Patienten ohne ST-Veränderung (NSTEMI) beschleunigt. Ein neuer Algorithmus kommt in einer Studie in Circulation (2018; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.033861) in den meisten Fällen bereits innerhalb 1 Stunde zu einer zuverlässigen Klärung.

Die Diagnose eines NSTEMI beruht heute auf dem Nachweis eines erhöhten Troponins. Das Protein, das Bestandteil des kontraktilen Apparates in den Herzmuskelzellen ist, hat sich als zuverlässiger erwiesen als die früher benutzte Kreatinkinase oder ihr Isoenzym MB. Seit einigen Jahren gibt es einen hochsensitiven Assay, der Troponin im Picogrammbereich nachweisen kann.

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Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) schlägt einen „Fast-Track“-Algorithmus vor, der durch 2 Tests, den ersten bei der Aufnahme des Patienten und den zweiten nach 3 Stunden, den zuverlässigen Ausschluss von Patienten ermöglicht, die nicht an einem NSTEMI erkrankt sind und deshalb häufig nach Hause entlassen werden können. Eine Variante führt den zweiten Test bereits nach 1 Stunde durch, was die Entscheidung bei einigen Patienten beschleunigt. Etwa ein Viertel der Patienten muss jedoch zur Beobachtung in der Klinik bleiben.

US-Kardiologen schlagen jetzt einen weiteren Algorithmus vor, der aus 3 Troponin-Tests besteht. Sie werden bei der Aufnahme, nach 1 Stunde und nach 3 Stunden durchgeführt. Rebecca Vigen und Mitarbeiter vom Southwestern Medical Center in Dallas haben den Algorithmus in einer ersten klinischen Studie an 536 Patienten getestet, die wegen typischer Beschwerden (Kardinalsymptom: 60 % Brustschmerzen, 16 % Atemnot und 24 % andere Symptome) aufgenommen wurden. Bei insgesamt 2,1 % wurde später ein Herzinfarkt, bei 0,4 % eine instabile Angina und bei 17,0 % eine nichtischämische Myokardschädigung diagnostiziert.

Der Ausschluss eines Herzinfarktes gelang bei 30 % der Patienten bereits bei der Aufnahme, bei 24,8 % nach 1 Stunde und bei 28,9 % nach 3 Stunden. Bei 19,6 % der Patienten waren sich die Kardiologen auch nach 3 Stunden nicht sicher, ob ein Herzinfarkt vorlag. Die Nachbeobachtung ergab, dass kein Patient nach dem frühzeitigen Ausschluss eines Herzinfarktes in den folgenden 30 Tagen wegen eines Herzinfarktes behandelt werden musste.

Sensitivität und negativer prädiktiver Wert lagen bei 100 %, die Spezifität bei 86 % und der positive prädiktive Wert bei 13 %. Vigen hofft, dass andere Kliniken ihre Erfahrungen bestätigen und der neue Algorithmus sich zu einem Standard für den Ausschluss eines NSTEMI entwickeln wird. © rme/aerzteblatt.de

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