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Fachgesellschaften legen Fünf-Punkte-Plan für Digitalisierung der Notfallversorgung vor

Dienstag, 7. August 2018

/dpa

Berlin – Forderungen für eine sinnvolle Digitalisierung der Notfallmedizin in Deutschland haben die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) zusammen mit der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF) sowie dem Verbundforschungsprojekt Aktin vorgelegt.

Es gelte die Möglichkeiten digitaler Werkzeuge zu nutzen, „um die existierenden Informationsverluste zwischen vertragsärztlicher Notfallversorgung, Rettungsdienst und ambulanter sowie stationärer Notfallversorgung in Krankenhäusern und innerhalb der Gesundheitseinrichtung zu minimieren“, fordern die Autoren und empfehlen dazu fünf Maßnahmen.

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Standards schaffen

Zunächst einen verpflichtenden, bundesweit einheitlichen Dokumentationsstandard für die gesamte Versorgungskette des Notfallpatienten. Dieser Standard müsse von der Rettungsleitstelle über den Rettungsdienst, den Notarztdienst und den vertrags­ärztlichen Notdienst bis hin zu Notaufnahmen und Intensivstationen in Kranken­häusern gelten.

Zur Umsetzung sei ein international etablierter offener Kommunikationsstandard notwendig. „Zur Sicherstellung der Interoperabilität ist ein Zertifizierungsverfahren zum Nachweis der Konformität von Dokumentationssystemen und Schnittstellen erforderlich“, so die Autoren des Positionspapiers.

Darüber hinaus sollten die vertragsärztliche, rettungsdienstliche und ambulante sowie stationäre Notfallversorgung sektorenübergreifend in Qualitätssicherungsmaßnahmen einbezogen werden. Dafür sei es nötig, die Daten aller Versorgungspartner inklusive der Rettungsleitstellen in einer zu schaffenden nationalen Einrichtung zusammen­zuführen.

Viertens fordern die Fachgesellschaften ein Notaufnahmeregister für die Versorgungsforschung und die Qualitätssicherung. Fünftens sei es erforderlich, geeignete ärztliche Vergütungsstrukturen für die Umsetzung der einheitlichen Mindestdokumentation zu schaffen.

„Eine große Herausforderung bei der Umsetzung von Dokumentationsstandards ist die ungleiche Verteilung von Aufwand und Nutzen bei Dokumentierendem und Informationsempfänger. Dazu muss ein Anreizsystem etabliert werden, in der Notfallversorgung wie in allen anderen Versorgungsbereichen“, schreiben die Fachgesellschaften.

© hil/aerzteblatt.de

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