NewsMedizinBrustkrebs: Fünf Gene erhöhen Risiko auf dreifach negatives Mammakarzinom
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Brustkrebs: Fünf Gene erhöhen Risiko auf dreifach negatives Mammakarzinom

Mittwoch, 8. August 2018

/ktsdesign, stock.adobe.com

Rochester/Minnesota – Patienten mit dreifach negativem Mammakarzinom weisen häufiger Mutationen in 5 Krebsgenen auf, die laut einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (2018; 110: djy106) das Lebenszeitrisiko auf diese schwer zu behandelnde Brustkrebsvariante deutlich erhöhen.

Die Krebszellen des dreifach negativen Mammakarzinoms („triple negative breast cancer“, TNBC) haben auf ihrer Oberfläche keine Rezeptoren für die Hormone Östrogen oder Progesteron oder HER2 (human epidermal growth factor receptor type 2). Die Tumore sprechen deshalb nicht auf eine Behandlung mit Antihormonen wie Tamoxifen oder den HER2-Antikörper Trastuzumab an, was die Heilungschancen vermindert.

Anzeige

Etwa 15 % aller Patientinnen mit europäischem Hintergrund haben ein TNBC. Dieser Tumor zeichnet sich durch ein aggressiveres Wachstum und eine schlechtere Prognose aus, auch wenn er bei rechtzeitiger Operation und adjuvanter Chemotherapie heilbar ist. An einem TNBC erkranken vor allem jüngere Frauen, was auf eine genetische Prädisposition hindeutet.

Bekannt war eine Assoziation mit BRCA1 und etwas schwächer auch mit BRCA2, den häufigsten Brustkrebsgenen. Mittlerweile sind weitere Risikogene bekannt, was ein Team um Fergus Couch von der Mayo Clinic in Rochester veranlasste, Gentests an Blutproben von 10.901 Patientinnen mit TNBC durchzuführen: Bei 8.753 Patientinnen wurde nach 21 Risikogenen gesucht, bei den anderen 2.148 Patientinnen erfasste der Test 17 Gene.

Ergebnis: Insgesamt 5 Gene (neben BRCA1, BRCA2 waren dies BARD1, PALB2 und RAD51D) waren mit einem mehr als 5-fach erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Diese Frauen sollten deshalb nach der Behandlung auf das Auftreten weiterer Mamma­karzinome (etwa in der anderen Brustdrüse) untersucht werden.

Auch die weiblichen Verwandten oder Frauen mit einem ungewöhnlich früh auf­tretenden Brustkrebs sollten sich testen und bei einem positiven Testergebnis regelmäßig untersuchen lassen. Couch ermittelt ein Lebenszeitrisiko auf ein TNBC von 18 % für Frauen mit pathologischen Varianten im BRCA1-Gen. Bei Mutationen im PALB2-Gen beträgt das Lebenszeitrisiko 10 %, bei BARD1 7 %, bei BRCA2 6 % und bei RAD51D 5 %. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2019
Silver Spring – Die CDK4/6-Inhibitoren Palbociclib, Ribociclib und Abemaciclib, die zur Behandlung des fortgeschrittenen hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms zugelassen sind, können in seltenen
FDA: CDK4/6-Inhibitoren können Lungen angreifen
30. August 2019
Oxford – Eine systemische Behandlung mit Östrogenen erhöht vor allem in der Kombination mit einem Gestagen das Risiko auf ein (Östrogenrezeptor-positives) Mammakarzinom. Diese Erkenntnis aus den
Hormonersatztherapie: Meta-Analyse bestätigt Brustkrebsrisiken
23. August 2019
Berlin – Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium können künftig einen Biomarker-Test von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bezahlt bekommen. Ein Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses
Krankenkassen zahlen künftig Biomarker-Test bei Brustkrebs
9. August 2019
Phoenix/Arizona – US-Forscher haben einen Test entwickelt, der die im Blut zirkulierende DNA von Krebszellen mit hundertfach erhöhter Sensitivität nachweist. Der Test könnte einer Pilotstudie in
Brustkrebs: Bluttest könnte Erfolg einer neoadjuvanten Chemotherapie vorhersagen
8. August 2019
Research Triangle Park/North Carolina – Die Geschwister von Krebspatientinnen erkrankten in einer Kohortenstudie häufiger an Brustkrebs, wenn sie einen vermehrten Verzehr von rotem Fleisch angegeben
Kann Fleischverzehr das Brustkrebsrisiko beeinflussen?
16. Juli 2019
Heidelberg – Eine Kette von Versäumnissen hat nach Überzeugung einer Untersuchungskommission zur verfrühten Veröffentlichung eines möglichen Brustkrebs-Bluttests an der Universitätsklinik Heidelberg
Kommission moniert Führungsversagen bei Heidelberger Bluttest-Affäre
11. Juli 2019
Paris – Erwachsene, die täglich Süßgetränke konsumieren, erkranken etwas häufiger an Krebs. Dies kam in der prospektiven NutriNet-Santé-Studie heraus, die seit 2009 mehr als 100.000 Erwachsene im
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER