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Bewegung verbessert die psychische Gesundheit – jedoch nur im zeitlichen Rahmen

Donnerstag, 9. August 2018

Frauen jubeln nach dem Sport /Lars Zahner, stock.adobe.com
Mannschaftssport verringerte die Tage schlechter psychischer Gesundheit am stärksten von allen sportlichen Betätigungen. /Lars Zahner, stock.adobe.com

Oxford – Menschen, die sich sportlich betätigen, berichten seltener über depressive Phasen oder eine zuvor diagnostizierte Depression. In einer Beobachtungsstudie mit 1,2 Millionen US-Bürgern hatten Mannschaftssportarten, Radfahren, Aerobic und der Besuch des Fitnessstudios den größten Effekt, berichten Forscher in The Lancet Psychiatry (2018; doi: 10.1016/S2215-0366(18)30227-X).

Die Studienteilnehmer hatten 2011, 2013 und 2015 die Umfrage zum Behavioural Risk Factor Surveillance System abgeschlossen. Sie mussten schätzen, wie viele Tage sie ihre psychische Gesundheit im vergangenen Monat als „nicht gut“ bewerten würden, basierend auf Stress, Depressionen und emotionalen Problemen.

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Im Durchschnitt fühlten sich die Teilnehmer jeden Monat 3,4 Tage „nicht gut“. Wer sich nicht bewegte, klagte monatlich 1,5 Tage mehr über eine schlechte psychische Gesundheit (Reduktion um 43,2 %; 2,0 Tage versus 3,4 Tage). Bewegung verringerte depressive Tage bei Personen, bei denen eine diagnostizierte Depression vorlag, um 3,75 Tage verglichen mit nicht trainierten Personen (Reduktion um 34,5%; 7,1 Tage versus 10,9 Tage).

Dabei zeigten alle Formen der Bewegung einen positiven Effekt – allen voran Mannschaftssport, der die psychischen Gesundheitstage um 22,3 % verringerte, Radfahren um 22,6 % und Aerobic und Fitnesstraining um 20,1 %. Selbst Hausarbeit ging mit einer besseren psychischen Gesundheit einher. Die psychisch belasteten Tage sanken um etwa 10 %.

Mehr Bewegung ist nicht immer besser

Den größten Effekt erzielten Teilnehmer, die 3- bis 5-mal pro Woche 45 Minuten trainierten. Wer sich jedoch mehr als 3 Stunden pro Tag körperlich betätigte, hatte sogar eine schlechtere psychische Gesundheit als jene, die sich gar nicht bewegten.

Die Studie umfasste 75 Arten körperlicher Aktivität, von Kinderbetreuung, Hausarbeit, Rasenmähen und Angeln bis hin zu Radfahren, Fitness, Laufen und Skifahren.

„Bewegung ist mit einer geringeren psychischen Belastung für Menschen verbunden, unabhängig von Alter, Rasse, Geschlecht, Haushaltseinkommen und Bildungsniveau“, sagt Adam Chekroud von der Yale University.

Nicht alle früheren Untersuchungen zur Auswirkungen von körperlicher Bewegung auf die psychische Gesundheit können dieses Ergebnis bestätigen. Eine Studie in BMJ mit 361 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren konnte keinen positiven Einfluss auf Depressionen feststellen. Und auch Forscher der University of Cambridge fanden keinen Zusammenhang bei mehr als 700 Jugendlichen (Jama Pediatrics 2014).

Bewegung könnte mehr bewirken als soziale Faktoren

Im Vergleich zu Bewegung konnten soziale oder demografische Faktoren einen geringeren Einfluss auf die psychische Gesundheit nehmen. So hatten Menschen mit einer Collegeausbildung etwa eine 17,8-prozentige Reduktion schlechter psychischer Gesundheitstage im Vergleich zu Menschen ohne Bildung; ähnlich groß war der Vorteil für Menschen, die mehr als 50.000 US-Dollar verdienen verglichen mit Menschen, die weniger als 15.000 US-Dollar verdienen. Besonders gering war der Zusammenhang mit dem BMI: Ein normaler BMI ging mit einer Reduktion von 4 % einher im Vergleich zu Menschen, die übergewichtig waren. © gie/aerzteblatt.de

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