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Handydaumen nicht übertherapieren

Mittwoch, 8. August 2018

/kite_rin, stockadobecom

Leipzig – Chirurgen und Orthopäden müssen immer häufiger eine neue Zivilisationskrankheit behandeln, den Handydaumen. „Beim einhändigen Bedienen des Smartphones wird der Daumen überbeansprucht“, erläuterte Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig.

Die fortgesetzte Daumenbewegung in Richtung kleiner Finger strenge an und führe zu Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk. „Der typische Patient heute ist 15 bis 25 Jahre, eigentlich kerngesund und natürlich total vernetzt. Früher war der typische Patient eine 65-jährige Frau, die ihr ganzes Leben gearbeitet hat. Sie litt unter Verschleißerkrankungen, zu denen dann auch eine klassische Sehnenscheiden­entzündung im Daumenbereich gehörte“, so Langer.

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Der Unterschied von heute zu früher im Patientenalter und in der körperlichen Konstitution sei nicht nur statistisch bemerkenswert, sondern auch für die Therapie bedeutsam. „Die ältere Dame bekam oft eine Cortisonspritze, die Schmerzen ließen nach, die Entzündung klang ab. Nur zur Not mussten wir operieren und das Sehnenfach öffnen“, so Langer.

Dem jungen Handynutzer könne er aber guten Gewissens kein Cortison geben. Auch für eine OP bestehe kein wirklicher Anlass. „Ich kann den jungen Patienten nur raten: Handy weglassen. Mit etwas Geduld lassen die Schmerzen nach einer Woche nach“, so der Handexperte.

Er rät Ärzten dazu, auch diagnostisch eher zurückhaltend vorzugehen. „Kommt also ein junger Mensch mit Schmerzen in der Hand, muss man nicht sofort eine Röntgen­aufnahme, ein CT oder gar ein MRT veranlassen. Eine preiswerte Ultraschallaufnahme macht meist die geschwollene Sehne sichtbar“, so Langer. © hil/aerzteblatt.de

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