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Ausland

Chinas Impfstoffskandal: Rückruf auch im Ausland

Mittwoch, 8. August 2018

/dpa

Peking – Der Impfstoffskandal, von dem in China möglicherweise Hunderttausende Kinder betroffen sind, zieht weitere Kreise. Nach Behördenangaben soll die im Mittelpunkt der Ermittlungen stehende Pharmafirma Changchun Changsheng bereits seit April 2014 Daten gefälscht und zum Teil unwirksame und abgelaufenen Tollwutimpfstoffe in Umlauf gebracht haben.

Eine Rückrufaktion im In- und Ausland wurde eingeleitet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die heute auf der Website der Nationalen Gesundheitsbehörde abrufbar war. Daraus ging nicht hervor, in welche anderen Staaten die Firma seine Impfstoffe verkauft hat.

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Der Mitte Juli bekanntgewordene Skandal hat in China eine Welle der Empörung ausgelöst. Zunächst wurde bekannt, dass das Unternehmen Papiere über die Produktionsdaten eines Tollwutimpfstoffes gefälscht haben soll. Zudem habe Changsheng im vergangenen Herbst einen unwirksamen Kombiimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP) verkauft, der mindestens 200.000 Kleinkindern verabreicht wurde. Gegen 18 Mitarbeiter wurden Haftbefehle beantragt.

Ein anderer Hersteller ist ebenfalls im Visier der Ermittler. So seien in der Provinz Hebei Kindern schadhafte DTP-Impfstoffe des Wuhan Institute of Biological Products injiziert worden.

Skandale mit fehlerhaften Medikamenten oder Nahrungsmitteln haben in China eine starke politische Sprengkraft, besonders, wenn Kinder betroffen sind. Auch gibt es wenig Vertrauen in die Aufsichtsbehörden. Chinas Präsident Xi Jinping hatte nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen eine sofortige Untersuchung und strenge Bestrafung der Verantwortlichen gefordert. © dpa/aerzteblatt.de

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heliggx
am Dienstag, 14. August 2018, 19:02

Aufsichtsbehörden versagen auch in Deutschland - "Dieselskandal 2?"

Wenn lt. arznei-telegramm bis Ende Juli 2018 keine einzige der deutschen Arzneimittelaufsichtsbehörden EIGENE Testungen/Untersuchungen zum Valsartan-Skandal durchgeführt haben, fördert das nicht gerade das Vertrauen in unser Aufsichtsbehörden. Das erinnert fatal an die Untätigkeit des Kraftfahrbundesamtes im Umgang mit dem Dieselskandal - es reicht einfach nicht aus, nur zu erfragen, ob eine Firma auch brav ihre Qualitätskontrollen durchgeführt (oder: gefälscht?) hat. Selbstkontrolle reicht nicht. Im Fall China und Valsartan (hier etwas off topic, ich weiß) hätte die Verunreinigung, die möglicherweise seit 2012, seit der Produktionsumstellung in China besteht, doch irgend wem in der folgenden Kette auffallen müssen: Hersteller - Importeur des Wirkstoffes - Pillen-Presse-Wirkstoff-Eingangskontrolle - Konfektionierer/Verpacker - Inverkehrbringer. Und darüberschwebend die Aufsichtsbehörden - ein Versagen auf allen Ebenen sonder gleichen!
LNS

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