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Medizin

Urothelkarzinom: Bessere Leitlinienadhärenz könnte Überleben verlängern

Freitag, 10. August 2018

Eine neoadjuvante Chemo­therapie wird vor der ge­planten operativen Resekti­on ei­nes soliden Tumors durchge­führt, um den Tumor zu verkleinern. /Anna Jurkovska, stock.adobe.com

Lübeck/Essen – Die Empfehlungen der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom werden noch nicht in allen Bereichen gleichermaßen berücksichtigt. Das zeigt eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaften Urologische Onkologie und Internistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft unter fast 300 Urologen und Onkologen. Die Ergebnisse der deutschlandweiten Querschnittsstudie wurden in der Aktuellen Urologie publiziert (2018; doi: 10.1055/a-0645-1076).

Anfang 2016 wurde die erste deutsche S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom veröffent­licht. Trotz neuer Therapiemöglichkeiten, die hier berücksichtigt werden, hätte sich das Überleben beim Urothelkarzinom nur moderat verbessert, heißt es in der Studie. Eine Ursache hierfür vermuten die Autoren in der schlechten Leitlinienadhärenz.

Das bestätigt auch die aktuelle Umfrage. Von mehr als 4.000 angeschriebenen Urologen und Onkologen beantworteten 278 den Fragebogen – 82 % davon Urologen. Während Fachärzte sich bei der palliativen Systemtherapie größtenteils nach den Leitlinienempfehlungen richten, besteht in anderen Bereichen Nachholbedarf: Bei der intravesikalen Instillationstherapie sowie der (neo)adjuvanten Chemotherapie (NAC/AC). Vor allem die Anzahl verabreichter Chemotherapiezyklen weiche von den Leitlinien ab.

Für eine NAC entschlossen sich beim muskelinvasiven Urothelkarzinom 57 % aller befragten Fachärzte. Am häufigsten wählten sie dafür Gemcitabin/Cisplatin als Therapieschema aus. Die Mehrheit der Ärzte verabreichte eine NAC und führten 4 bis 6 Zyklen durch, was auch die konsequente Gabe von 4 Zyklen bedeuten könnte. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt 3 bis 4 Zyklen. Denn gerade bei der NAC sollten Ärzte nicht zu viele Zyklen (> 4) geben, um den Zustand des Patienten vor der Operation nicht zu beeinträchtigen.

Die beste Leitlinienadhärenz ergab die Umfrage für die palliative Therapie des fortgeschritten/metastasierten Urotzhelkarzinoms. Bei der Erstlinientherapie setzten Urologen und Onkololgen am häufigsten Gemcitabin/Cisplatin ein.

Schon frühere Studien hatten eine schlechte Leitlinienadhärenz beim nichtmuskelin­vasiven Blasenkarzinom festgestellt. Nur etwa die Hälfte der Patienten mit mittlerem oder hohem Risiko hatte eine adäquate intravesikale Therapie nach EAU/AUA-Leitlinie erhalten (Urological Oncology 2013, European Urology 2017). © gie/aerzteblatt.de

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