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Augenprobleme in der Schwangerschaft nicht bagatellisieren

Donnerstag, 9. August 2018

/sebra, stockadobecom

Stuttgart – Augenbeschwerden in der Schwangerschaft können Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Präeklampsie sein. Darauf hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hingewiesen.

Ändert sich die Sehschärfe plötzlich oder mehrmals am Tag, kann dies laut Fachgesellschaft ein Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sein. Durch die hormonelle Umstellung könne der Körper Zucker aus der Nahrung nicht so schnell verarbeiten wie vor der Schwangerschaft. Durch die Blutzuckerschwankungen komme es zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse, die die Brechkraft veränderten, sodass das scharfe Sehen verloren gehe.

„Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen“, rät DOG-Experte Thomas Neß von der Klinik für Augenheilkunde am Universitäts­klinikum Freiburg. Der Arzt könne mit einer Spiegelung des Augenhintergrundes die Gefäße der Netzhaut untersuchen und diabetesbedingte Veränderungen erkennen, bevor die Stoffwechselerkrankung sich mit anderen Symptomen bemerkbar mache.

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Zu besonderer Aufmerksamkeit rät die DOG, wenn bei den Schwangeren Teile des Gesichtsfelds schwarz werden oder Blitze vor den Augen auftreten. Dies können Anzeichen einer Präeklampsie sein, einer gefährlichen Schwangerschaftskomplikation, die unter anderem durch einen erhöhten Blutdruck hervorgerufen wird. „Bei vielen Betroffenen lässt sich der Hochdruck an einer veränderten Netzhaut ablesen“, erläu­terte Neß. „Diese müssen dringend weiter untersucht werden, denn Bluthochdruck kann Mutter und Kind in Gefahr bringen“, betonte der Experte.

Die DOG weist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass rund jede sechste werdende Mutter während der Schwangerschaft Augenprobleme hat. Die meisten Beschwerden seien harmlos und bildeten sich nach der Schwangerschaft von selbst zurück. Zum Beispiel bekämen viele Schwangere bräunliche Flecken um die Augen herum, die zum Nasenrücken ausliefen. Diese Pigmenteinlagerungen seien harmlos und verschwänden nach der Schwangerschaft von selbst.

Außerdem könnten Schwangerschaftshormone die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern. Dadurch trockneten die Augen schneller aus und seien häufig gereizt. „Während einer Schwangerschaft ist es deshalb ratsam, auf Kontaktlinsen zu verzichten oder Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit zu verwenden“, empfiehlt Neß.

Bei 14 Prozent der werdenden Mütter ändere sich in den Schwangerschaftsmonaten auch die Brillenstärke – eine Kurzsichtigkeit könne sich um bis zu 1,5 Dioptrien verschlechtern. Bei den meisten Frauen bilden sich diese Veränderungen laut dem Experten nach der Geburt wieder zurück. © hil/aerzteblatt.de

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