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Politik

Rettungsleitstellen in Thüringen sollen reduziert werden

Freitag, 10. August 2018

/dpa

Weimar – Thüringen will die Zahl seiner Rettungsleitstellen deutlich reduzieren. Ein gestern in Weimar vorgestelltes Gutachten im Auftrag des Innenministerium empfiehlt, statt der bisherigen 13 nur noch vier zentrale Leitstellen – jeweils eine für Ost-, Süd-, Mittel- und Nordthüringen. Der Einzugsbereich der einzelnen Leitstellen mit derzeit teilweise weniger als 100.000 Einwohnern soll auf jeweils mindestens 347.000 Einwohner angehoben werden. Zustimmung kam von den Krankenkassen, die den Rettungsdienst finanzieren.

Es bestehe Handlungsbedarf, sagte Innenstaatssekretär Udo Götze, der das Gutachten den Landräten und Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte vorgestellt hatte. Als Gründe nannte er: mehr Digitalisierung in der Leitstellentechnik, höhere Fachan­forderungen an das Personal, zunehmenden Kostendruck und immer mehr Rettungs­einsätze, die koordiniert werden müssten. Ihre Zahl würde in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter wachsen – um fünf Prozent jährlich.

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Gutachten decken sich

Ein früheres Kassengutachten war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Der Vorschlag „beweist unsere Auffassung nachdrücklich“, erklärte Arnim Findeklee, Landeschef des Ersatzkassenverbandes Vdek. Der im neuen Gutachten empfohlene Zuschnitt der Einzugsbereiche orientiert sich an den Regionen für die Raumord­nungsplanung in Thüringen.

Mögliche Standorte für Leitstellen sind demnach Nordhausen (Nordthüringen), Jena oder Gera (Ostthüringen) und Erfurt (Mittelthüringen) sowie Eisenach oder Suhl (Südthüringen). Die Analyse verweist zudem auf Erfahrungen anderer Bundesländer. Brandenburg verfügt demnach über fünf Leitstellen für 2,5 Millionen Einwohner und Mecklenburg-Vorpommern über sechs für 1,6 Millionen Einwohner.

Das Gutachten sei ein Vorschlag, betonte Götze, der auch mit Widerstand aus den Kommunen – sie sind Betreiber der Leitstellen – rechnet. „Es wird unterschiedliche Meinungen geben.“ Vor einer Bewertung durch das Ministerium würden unter anderem die Kommunen, Rettungsdienstverbände und Krankenkassen um Stellungnahme gebeten.

Eine weitere Beratung mit den Vertretern der Kommunen sei im Dezember vorgesehen. Der Innenausschuss des Landtags werde sich am 23. August mit dem Thema beschäftigen, kündigte dessen Vorsitzender Steffen Dittes (Linke) an. © dpa/aerzteblatt.de

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