NewsVermischtesDeutliche Mehrheit findet Straßenlärm zu laut
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Deutliche Mehrheit findet Straßenlärm zu laut

Donnerstag, 9. August 2018

/Ralf Gosch, stockadobecom

Hamburg – Bei einer Umfrage der Umweltbehörde Hamburg zur Lärmbelastung der Hansestadt haben 85 Prozent der mehr als 4.300 Teilnehmer angegeben, dass sie den Straßenlärm zu laut finden. Ein Großteil der Befragten fühlt sich auch innerhalb der eigenen Wohnung davon gestört. Tagsüber sind laut Umfrage Busse und Lastwagen die größten Störfaktoren, nachts gibt es viele Klagen über Raser und laute Motorräder. Die Behörde will mit der Befragung Informationen für ihren Lärmaktionsplan bekommen, der in diesem Jahr turnusgemäß aktualisiert werden muss.

„Die hohe Resonanz auf die Umfrage zeigt: Lärm ist ein Umweltproblem von starker Relevanz, das in der Politik bisher unterschätzt wurde“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Es treibe die Menschen um, Rücksichtnahme sei ein wichtiger Aspekt. Jeder könne mit seinem Verhalten und seiner Fahrweise dazu beitragen, Lärm zu reduzieren.

Anzeige

Neun von zehn Befragten wünschen sich ein ruhigeres Wohnumfeld. Rund zwei Drittel der Teilnehmer machen sich wegen des Lärms Sorgen um ihre Gesundheit. Ebenso viele geben an, aus Lärmgründen schlechter schlafen zu können. Fast jeder Vierte sagte zudem, schon einmal in Hamburg umgezogen zu sein, weil Lärm störte.

Drei Viertel der Befragten sind für eine konsequente Unterbindung des Flugverkehrs nach 23 Uhr. Um die Lärmbelastungen zu verringern, hat die Umweltbehörde unter anderem ein Programm zur Förderung passiver Schallschutzmaßnahmen aufgelegt – sechs Millionen Euro stehen dafür bereit und können abgerufen werden.

Bürger konnten vom 22. Mai bis 19. Juni an der Umfrage im Internet teilnehmen. 17 Fragen mussten dabei beantwortet werden. In Hamburg sind nach Angaben der Behörde zwischen 120.000 tagsüber und 133.000 Menschen nachts gesundheits­gefährdendem Straßenlärm ausgesetzt. Der Lärmaktionsplan geht auf eine EU-Richtlinie zurück, nach der alle fünf Jahre Lärmschutzmaßnahmen aus den Ergebnissen der Erhebung angepasst werden müssen. Kaum einer der Befragten wusste, dass es so einen Plan überhaupt gibt. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2018
Stuttgart – Der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg, Thomas Marwein (Grüne), fordert von den Kommunen stärkere Anstrengungen gegen laute Verkehrsgeräusche. „Lärm macht krank“,
Landesbeauftragter in Baden-Württemberg für mehr Engagement gegen Verkehrslärm
10. Oktober 2018
Genf – Windturbinen machen Lärm, und der sollte nach einer neuen Richtlinie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten. „Lärm von Windenergieanlagen
WHO empfiehlt erstmals Richtwerte für Windturbinen und Freizeitlärm
18. September 2018
Hamburg – In Hamburg nehmen sechs zusätzliche Kinderärzte ihre Arbeit auf. Darauf hat jetzt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) der Stadt hingewiesen. In der Vergangenheit hatten zunehmend Klagen von
Neue Kinderärzte für Hamburg
6. September 2018
Hamburg – SPD und Grüne haben sich auf eine Verschärfung der Maßnahmen zur Einhaltung des Nachtflugverbots am Hamburger Flughafen verständigt. Ein entsprechender Maßnahmenkatalog zum Lärmschutz soll
Rot-Grün will Lärmschutz am Flughafen Hamburg verschärfen
6. August 2018
Hamburg – Der neue Notfalldienst Arztruf Hamburg 116117 ist in Hamburg im Juni und Juli etwas weniger genutzt worden als beim Start im Mai. Doch das sei normal während des Sommers, erklärte Jochen
Neuer Notfalldienst in Hamburg etwas weniger genutzt
17. Juli 2018
Hamburg – Die Hamburger Krankenhausgesellschaft (HKG) hat die hohen hygienischen Standards in Hamburger Kliniken unterstrichen. Damit reagierte sie auf einen Artikel des Hamburger Abendblattes, der
Hygienemängel: Hamburgs Kliniken wehren sich gegen Kritik
15. Juni 2018
Mainz – Der Stress, der durch eine nächtliche Lärmbelästigung, vornehmlich durch Flugzeuge ausgelöst wird, schädigt Blutgefäße und das Gehirn. Welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, zeigen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER