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Medizin

Parkinson-Gen betrifft mehr Menschen als gedacht

Freitag, 10. August 2018

/Kirsty Pargeter, stockadobecom

Pittsburgh – Neue Forschungen haben ergeben, dass ein Gen, von dem bisher angenommen wurde, dass es nur einen kleinen Prozentsatz der Parkinson-Krankheitsfälle betrifft, deutlich bedeutsamer ist. Forscher um Timothy Greenamyre, Leiter der Abteilung für Bewegungsstörungen am University of Pittsburgh Medical Center in Pennsylvania berichten darüber in der Zeitschrift Science Translational Medicine (2018; doi: 10.1126/scitranslmed.aar5429).

Fast eine Million Menschen in den Vereinigten Staaten und fast 10 Millionen Menschen auf der ganzen Welt leben mit der Parkinsonkrankheit. Nach Angaben der National Institutes of Health (NIH) haben 15 % der Parkinsonkranken eine erbliche Form der Krankheit. Solche erblichen Formen der Erkrankung sind oft auf Mutationen in mehreren Genen zurückzuführen.

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Das LRRRK2-Gen ist eines davon. LRRRK2 ist verantwortlich für die Bildung eines Proteins namens Dardarin, das eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der strukturellen Gesundheit der Zellen spielt. Wissenschaftler fanden bislang rund 100 Mutationen dieses Gens in familiären Fällen von Parkinson. Insgesamt wurden 3 bis 4 % der Parkinsonfälle mit Mutationen in diesem Gen in Verbindung gebracht. Die neue Studie deutet aber darauf hin, dass LRRRK2 in weit mehr Fällen involviert ist, als bisher angenommen.

Die Arbeitsgruppe verwendete eine innovative Technik namens „proximity ligation assay“, um die Aktivität von LRRK2 nachzuweisen. Sie entwarfen ein molekulares Lichtsignal, das sie an das LRRK2-Protein anschlossen. Wenn das Protein aktiv war, leuchtete es, so dass die Forscher sehen konnten, in welchen Gehirnzellen LRRRK2 aktiv war.

Die Forscher wendeten die Technik an, um die postmortalen Hirngewebe von Menschen zu untersuchen, die zwar Parkinson, aber keine Mutation des Gens hatten, und verglichen sie mit denen von gesunden Gehirnen. Sie fanden heraus, dass LRRK2 im Gehirn von Menschen überaktiv war, die die Krankheit hatten, aber nicht im gesunden Hirngewebe.

Zusätzlich entwickelten die Forscher ein Mausmodell von Parkinson und untersuchten die Aktivität von LRRRK2 im Gehirn der Nagetiere. Dabei zeigte sich, dass die LRRK2-Aktivität die Zellen daran hinderte, normale Reinigungsaktivitäten auszuführen. Eine Ansammlung von Alpha-Synuclein führt dabei zur Bildung von Lewy-Körpern, die ein pathologisches Merkmal von Parkinson und einigen Formen von Demenz sind.

„LRRK2 verbindet genetische und Umwelt-Ursachen von Parkinson, da wir zeigen konnten, dass externe Faktoren wie oxidativer Stress oder Toxine LRRK2 aktivieren können, was wiederum zur Bildung von Lewy-Körpern im Gehirn führen kann“, sagte Roberto Di Maio, der Hauptautor der Studie.

Es sei also wahrscheinlich nicht nur die mutierte Version des Gens, die Parkinson verursachen könne, und es seien nicht nur Menschen mit einer Familiengeschichte der Krankheit, die von diesem Gen betroffen seien, so das Fazit der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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