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Vermischtes

Muttermilch durch Chemikalien belastet

Donnerstag, 9. August 2018

/Romanova Anna, stock.adobe.com

Altötting/Erlangen – Muttermilch von Frauen aus dem Raum Altötting ist laut einer Untersuchung stärker mit einer womöglich krebseregenden Chemikalie belastet als die von Vergleichspersonen aus München. Es gebe aber keinen Anlass, von der bestehenden Stillempfehlung abzurücken, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen heute mit.

Im Trinkwasser und Blutproben aus der Region war eine vergleichsweise hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA) gemessen worden. Der Stoff könnte nach Experteneinschätzung eine Reihe von Krankheiten wie Krebs begünstigen. PFOA war bei Unternehmen im Chemiepark Gendorf in Burgkirchen an der Alz unweit von Altötting legal im Einsatz.

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Nach den Befunden konnten Menschen Blut- und Muttermilchproben testen lassen. Letzteres nahmen den Angaben nach 13 Mütter aus den Märkten Kastl und Tüssling in Anspruch. Während bei 50 Vergleichsproben aus München der PFOA-Wert bei unter 0,025 Mikrogramm pro Liter lag, waren es bei den Proben der betroffenen Frauen 0,128.

„Dies war aufgrund der Belastungssituation in Teilen des Landkreises Altötting zu erwarten“, teilte das Landesgesundheitsamt weiter mit. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung habe sich noch nicht geäußert. „Es gibt derzeit keine internationale Organisation, die bei einer vergleichbaren Situation vom Stillen abraten würde.“

Bei der schon früher abgeschlossenen Untersuchung von 965 Blutproben ist der PFOA-Gehalt in fast allen Fällen höher gewesen als im bayerischen Durchschnitt. Dies sei aber nicht mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen, hieß es weiter. © dpa/aerzteblatt.de

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