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Internet der Dinge hat in Medizintechnik Durchsetzungs­probleme

Freitag, 10. August 2018

/dpa

München – Die Vernetzung von Geräten und Komponenten bietet in der Medizintechnik große Möglichkeiten. Das Internet der Dinge hat aber erhebliche Akzeptanzprobleme im Gesundheitsbereich. Außerdem fehlt es offenbar an Fachkräften, die entsprechende Geräte entwickeln und implementieren können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. 

Darin haben die Unternehmensberater im gesamten europäischen Raum 237 Entscheider aus der MedTech-Branche befragt. Danach könnte das Internet of Medical Things (IoMT), das als verbundenes Netzwerk medizinischer Geräte und Systeme Daten sammelt, ordnet und übermittelt, das Gesundheitswesen zumindest in Teilen revolutionieren. Es könne die Effizienz im Gesundheitswesen steigern, die Diagnostik verbessern und die Behandlung patientenzentrierter machen, so Deloitte.

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Laut dem Beratungsunternehmen beträgt der IoMT-Markt in Europa rund zwölf Milliarden US-Dollar – 2020 sollen es rund 44 Milliarden Dollar sein. Viele Beteiligte sehen laut der Befragung aber dennoch Probleme.

Die erste Herausforderung sei die Suche nach Fachkräften, also Datenanalyse­spezialisten, Experten für Künstliche Intelligenz, Bio-Sciences-Experten und ähnlichen Berufsprofilen. „Hierzu bedarf es auch neuer Kooperationsmodelle mit Universitäten, anderen Unternehmen sowie Organisationen des Gesundheitswesens. 71 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass die zurzeit in dieser Hinsicht vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen“, berichtet Deloitte.

Zwei weitere Herausforderungen sieht die Unternehmensberatung im Kommu­nikations­bereich: „Es gilt, die vielfältigen Vorteile eines IoMT-basierten Gesund­heitssystems so überzeugend darzustellen, dass sich die Protagonisten des Gesundheitssystems auf den Wandel einlassen – der auch ihnen einiges abverlangen wird“, hieß es aus dem Unternehmen. Wichtig sei, dass die Medizintechnikunternehmen nicht nur Kompetenz signalisierten, sondern vor allem auch Vertrauen generierten.

In diesem Zusammenhang sei es außerdem entscheidend, dass die MedTech-Branche ein tieferes und fundiertes Verständnis der Bedürfnisse von Ärzten, Patienten und Vertretern der Kassen entwickele. „Bevor die Vorteile des IoMT spürbar zum Tragen kommen können, müssen zunächst die Infrastruktur verändert und modifiziert werden sowie allgemeine Akzeptanz geschaffen werden. Letzteres hat viel mit Vertrauen zu tun. Erst wenn klar ist, dass alle gleichermaßen profitieren, kann eine solche Aufgabe erfolgversprechend in Angriff genommen werden“, erklärte Michael Dohrmann, Partner Life Science & Healthcare bei Deloitte. © hil/aerzteblatt.de

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