NewsVermischtesInternet der Dinge hat in Medizintechnik Durchsetzungs­probleme
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Internet der Dinge hat in Medizintechnik Durchsetzungs­probleme

Freitag, 10. August 2018

/dpa

München – Die Vernetzung von Geräten und Komponenten bietet in der Medizintechnik große Möglichkeiten. Das Internet der Dinge hat aber erhebliche Akzeptanzprobleme im Gesundheitsbereich. Außerdem fehlt es offenbar an Fachkräften, die entsprechende Geräte entwickeln und implementieren können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. 

Darin haben die Unternehmensberater im gesamten europäischen Raum 237 Entscheider aus der MedTech-Branche befragt. Danach könnte das Internet of Medical Things (IoMT), das als verbundenes Netzwerk medizinischer Geräte und Systeme Daten sammelt, ordnet und übermittelt, das Gesundheitswesen zumindest in Teilen revolutionieren. Es könne die Effizienz im Gesundheitswesen steigern, die Diagnostik verbessern und die Behandlung patientenzentrierter machen, so Deloitte.

Laut dem Beratungsunternehmen beträgt der IoMT-Markt in Europa rund zwölf Milliarden US-Dollar – 2020 sollen es rund 44 Milliarden Dollar sein. Viele Beteiligte sehen laut der Befragung aber dennoch Probleme.

Anzeige

Die erste Herausforderung sei die Suche nach Fachkräften, also Datenanalyse­spezialisten, Experten für Künstliche Intelligenz, Bio-Sciences-Experten und ähnlichen Berufsprofilen. „Hierzu bedarf es auch neuer Kooperationsmodelle mit Universitäten, anderen Unternehmen sowie Organisationen des Gesundheitswesens. 71 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass die zurzeit in dieser Hinsicht vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen“, berichtet Deloitte.

Zwei weitere Herausforderungen sieht die Unternehmensberatung im Kommu­nikations­bereich: „Es gilt, die vielfältigen Vorteile eines IoMT-basierten Gesund­heitssystems so überzeugend darzustellen, dass sich die Protagonisten des Gesundheitssystems auf den Wandel einlassen – der auch ihnen einiges abverlangen wird“, hieß es aus dem Unternehmen. Wichtig sei, dass die Medizintechnikunternehmen nicht nur Kompetenz signalisierten, sondern vor allem auch Vertrauen generierten.

In diesem Zusammenhang sei es außerdem entscheidend, dass die MedTech-Branche ein tieferes und fundiertes Verständnis der Bedürfnisse von Ärzten, Patienten und Vertretern der Kassen entwickele. „Bevor die Vorteile des IoMT spürbar zum Tragen kommen können, müssen zunächst die Infrastruktur verändert und modifiziert werden sowie allgemeine Akzeptanz geschaffen werden. Letzteres hat viel mit Vertrauen zu tun. Erst wenn klar ist, dass alle gleichermaßen profitieren, kann eine solche Aufgabe erfolgversprechend in Angriff genommen werden“, erklärte Michael Dohrmann, Partner Life Science & Healthcare bei Deloitte. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. August 2018
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals ein Gerät zur tiefen transkraniellen Magnetstimulation für die Behandlung von Zwangsstörungen zugelassen. Der Hersteller hatte in
Transkranielle Magnetstimulation lindert Zwangsstörungen
15. August 2018
Erlangen-Nürnberg – Eine neue Methode zur Messung von Herztönen haben Elektrotechniker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen
Radar kann Herztöne messen
15. August 2018
Las Vegas/Meerbusch – Auf Sicherheitslücken in der Software von Herzschrittmachern und Insulinpumpen der Firma Medtronic haben Hacker auf der Sicherheitskonferenz „Black Hat“ in Las Vegas hingewiesen.
Hacker monieren Sicherheitslücken in Herzschrittmachern und Insulinpumpen
10. August 2018
Jena – Beim Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec brummt das Geschäft mit Augenlasern, Diagnostikgeräten und Operationsmikroskopen. Allerdings zehrt beim Jenaer TecDax Unternehmen der starke Euro
Carl Zeiss Meditec wächst
25. Juli 2018
Göttingen – Eine selbstlernende Steuerung für Handprothesen haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen entwickelt. Sie kann mehrere Bewegungsabläufe gleichzeitig ausführen. Die Forscher
Lernende Handprothese führt zwei Bewegungsabläufe gleichzeitig durch
18. Juli 2018
München – Bayern investiert verstärkt in die Erforschung und Anwendung von Assistenzrobotern in der Pflege. In Garmisch-Partenkirchen soll das weltweit erste Tele-Assistenzzentrum zur Fernsteuerung
Bayern setzt auf Assistenzroboter in der Pflege
11. Juli 2018
La Jolla/Kalifornien – Ein kleiner mit einem Pflaster auf dem Brustkorb befestigter Rekorder, der über 2 Wochen die EKG-Signale aufzeichnet, hat in einer randomisierten Studie die Früherkennung des

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER