NewsVermischtesExperten warnen vor Selbstdiagnosen im Netz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Experten warnen vor Selbstdiagnosen im Netz

Freitag, 10. August 2018

/Picture-Factory, stockadobecom

Hamburg – Gesundheitsexperten warnen vor Selbstdiagnosen per Internet. Die Recherche nach Krankheiten per Computer oder Smartphone führe leicht zu Verunsicherungen und Fehldiagnosen, teilte die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Hamburg mit.

Im schlimmsten Fall verzögere eine digitale Selbstdiagnose die gezielte Behandlung einer Krankheit. Die Informationen im Netz seien von unterschiedlicher Qualität und könnten in den meisten Fällen den Gang zum Arzt nicht verhindern. Nur Experten könnten die Vielzahl an Ergebnissen fachgerecht deuten.

Anzeige

Rund drei Viertel der Deutschen forschten laut einer Forsa-Umfrage nach Erklärungen für Krankheitssymptome, so die KKH. Etwa zwei Drittel sähen aber auch eine große Gefahr, zum Hypochonder zu werden. Gefährlich sei die Internetrecherche deshalb, weil etwa das Stichwort „Kopfschmerz“ nicht nur zu Treffern wie „Migräne“ und „Verspannungen“ führe, sondern auch zu „Hirntumor“. Manche Menschen fühlten sich dann sterbenskrank.

Auch die Internetsuche selbst sehen die Experten der Krankenkasse als Krankheit. Es drohe „Morbus Google“ oder „Cyberchondrie“ – also die zwanghafte Suche nach Internetdiagnosen. Betroffene surften oft stundenlang und stellten am Ende die abenteuerlichsten Eigendiagnosen auf, ohne jemals zum Arzt gegangen zu sein. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #79783
Practicus
am Montag, 13. August 2018, 23:46

Wir machen die Medizin

die auch bezahlt wird: Was erwarten Sie für 30 Cent pro Kopf und Tag?
Ach ja: Und natürlich so, wie es im Gesetz steh (§12 SGB V): Nur das, was unabweisbar notwendig ist, um mit dem geringsmöglichen Aufwand ein Ergebnis erzielen, das gerade noch ausreichend ist - basta
Avatar #749369
Ambush
am Montag, 13. August 2018, 13:53

Der Halbgott in weiß macht auch nur Sekundenmedizin nach Schema F

Hypochondrie wird durch das Internet natürlich stark befeuert. Im Zweifel gehe ich aufgrund einer "Selbstdiagnose" aus dem Internet dieser Selbstdiagnose aber doch lieber auf den Grund. Bestätigt werden mit schwarz-auf-weiß kann diese ohnehin nur von fachlicher Seite.

Leider werden Vermutungen z.B. insbesondere im psychosomatischen und psychiatrischen Bereich von entsprechenden Fachärzten allzu oft abgestempelt mit "Wie kommen Sie denn da drauf?" , "Im Internet liest man alles mögliche..." , "dieses Forum ist unterwandert von der Pharmaindustrie..." usw. .... als ob Ärzte mit ihrer heute gängigen Sekundenmedizin denn so viel gründlicher wären? ... sind sie eben nicht !!! , dazu ein Beispiel:

Eine ehemalige Schulkameradin von mir war einst in der KJP gelandet. 0815-Diagnostik, Schema F , das wars. 10 Jahre später, keine Ausbildung, HartzIV, immer noch chronisch depressiv, das Leben nicht komplett, aber nicht unwesentlich verpfuscht (auch wenn es prinzipiell niemals zu spät ist). Nach diesen 10 Jahren sagt ihr der selbst betroffene ehemalige Schulkamerad: "Du hast ADHS " ...das wurde nach mittelfristig darauf folgender Diagnostik von fachlicher Seite dann auch bestätigt. Das hätte man auch schon vor 10 Jahren haben können in der KJP , aber die waren damals wahrscheinlich der Meinung, das sei ne Modediagnose und so. Ein solch fahrlässiges und unethisches , schlampiges Unterlassen zumindest einer Sondierung nach ADHS gehört bestraft !

Zuletzt gab es eine “bemerkenswerte” Studie über die Häufigkeit von ADHS in der Allgemeinpsychiatrie mit Prof. Arno Deister (Präsident der DGPPN und damit ein absolutes Schwergewicht) als Co-Autor http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechenden Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebenfalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.

Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.

Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:”…Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner…”…das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als “ADHS-Gegner”…die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der “konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2018) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen.

zur Ignoranz und Inkompetenz der Ärzteschaft in Deutschland über ADHS auch das hier: http://news.doccheck.com/de/blog/post/5098-adhs-geballte-inkompetenz-und-ignoranz-der-psychiater/ …inwiefern sind solche vorurteilsbehafteten Einstellungen zu ADHS in der Ärzteschaft den vereinbar mit Hippokratischem Eid und Genfer Gelöbnis? Erst mal informieren und dann erst reden – das gilt erst recht für Ärzte.
ADHS wird – von männlichen, hyperaktiven Grundschülern, die im Klassenzimmer randalieren, abgesehen – nicht überdiagnostiziert, sondern nach wie vor massivst unterdiagnostiziert. Nach ADHS wird, so dicht und markant die Hinweise darauf auch sein mögen, von der deutlichen Mehrheit der Psychiater in Deutschland nicht einmal sondiert. Die Mär von der Kinderkrankheit, die hält sich gerade auch in der Ärzteschaft nach wie vor noch. Wie viele Schicksale man zum Positiven hätte beeinflussen können, wenn vom Psychiater zumindest einmal nach ADHS sondiert worden wäre und wieviele volkswirtschaftlichen Kosten man hätte sparen können, wenn nicht nur Begleit- und Folgeerkrankungen von ADHS bei unzähligen Psychiatrie-Patienten therapiert worden wären sondern die ursächliche ADHS , das ist nict auszudenken: das Geschlechterverhältnis bei ADHS ist übrigens bei 1:1 in Wahrheit , https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs

0815, Schema-F, Sekundenmedizin... Ja, der Dr. med und Halbgott in weiß, auf den kann man sich ja auch so viel mehr verlassen als auf das unseriöse Internet.... in Wahrheit kommen Patienten ihrer Erkrankung über das Internet oftmals erst auf die Spur!...
Avatar #110369
jpink
am Samstag, 11. August 2018, 11:43

Verletzung

Nach einer relativ schweren und deutliche Verletzung habe ich jegliche Anweisungen der "Therapeuten" und "Experten" ignoriert und mir Wochen mehr an Lebensqualität geschenkt. Ich bin den Naturgesetzen und den darauf obligat basierenden Signalen meiner Physiologie gefolgt.

Ich rate jedem, sich seine Mündigkeit und Selbstbestimmung auch bezüglich seiner Körperfunktionen zurückzuholen. Das schließt nicht aus, andere zu fragen, aber das schließt aus, sich von anderen für dumm verkaufen zu lassen.

Das Körpergefühl, das Hineinhorchen kann man üben. Um die Kontrolle über einen Selbst muß jeden Tag neu gerungen werden. In jedem Aspekt des Lebens. Viele sogenannte Experten sind keine. Die Scharlatanerie ist im Medizinsektor genauso vertreten wie im Gesellschaftlichen und Politischen. Zum Mediziner approbiert man sich, zum Arzt ist man geboren.
Avatar #717145
Tom Hofmann
am Samstag, 11. August 2018, 10:50

Wichtig ist das allemal

Da viele Hausärzte total unfähig sind, ist ein lesen auf netdoktor de und at absolut überlebensnotwendig.
Ebenso Zahnarzt.. Überleben und Schutz vor finanziellem Risiko nur garantiert, wenn man im Internet alles liest.
LNS

Nachrichten zum Thema

17. Oktober 2018
Berlin – Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) soll eigentlich Versicherten in Fragen rund um die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) und bei Problemen mit den Krankenkassen
Beratungs- und Transparenzdefizit bei Unabhängiger Patientenberatung
9. Oktober 2018
Ulm – Menschen mit chronischen körperlichen Erkrankungen könnten von psychosozialen Internet- und mobilbasierten Interventionen (IMIs) profitieren. Noch sei die Datenlage dazu jedoch heterogen, die
Internetbasierte Interventionen wirken bei chronischen Erkrankungen – die Evidenz ist jedoch begrenzt
1. Oktober 2018
Berlin – Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) hat einen Katalog mit weit mehr als 200 Metakriterien für die Beschreibung und Bewertung von Gesundheits-Apps erstellt. Unter
Mit der Webanwendung Appkri sollen Fachgruppen Gesundheits-Apps bewerten
27. September 2018
Lübeck – Für internetbasierte Selbstmanagementinterventionen bei psychischen Störungen hat eine gemeinsame Arbeitsgruppe der psychiatrischen und psychologischen Fachgesellschaften (DGPPN und DGP)
Onlineangebote für psychische Störungen auf dem Prüfstand
19. September 2018
Berlin – Das neue Onlineprogramm der AOK „Familiencoach Depression“ soll Angehörigen helfen, den Alltag mit einem depressiv erkrankten Menschen besser zu bewältigen. Dabei lernen Familie und Freunde
Neues Onlineportal der AOK soll im Umgang mit depressiv erkrankten Menschen helfen
14. September 2018
Hamburg – Wenn sich Patienten vor ihrem Arztbesuch etwa im Internet über ihre Krankheitsbilder informieren, dann reagiert eine Mehrheit der Mediziner positiv darauf. Das ergab eine forsa-Umfrage für
Ärzte reagieren meist positiv über vorinformierte Patienten
10. September 2018
Hamburg – Im Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt sind im ersten Jahr mehr als 3.000 Beratungen geleistet worden. Das Projekt war mit dem Ziel gestartet, in einer Gegend in Hamburg, in der es wenig
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER