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Politik

Hessens Landwirtschafts­ministerin kündigt Glyphosatausstieg an

Freitag, 10. August 2018

/dpa

Wiesbaden – Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) hat ein Ende des Glyphosateinsatzes in Hessen angekündigt. Die Ausstiegsstrategie des Landes bündele verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel, schnellstmöglich den Einsatz von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln in der Landwirtschaft sowie in hessischen Wäldern, Gärten und auf Freiflächen zu beenden, erklärte Hinz gestern in Wiesbaden.

Das Land sehe sich in einer Vorbildfunktion, betonte die Ministerin. Deshalb sei der Glyphosatausstieg auf den selbst bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben wie dem Eichhof in Bad Hersfeld oder der Domäne Beberbeck bereits vollzogen. Bei der Wiederverpachtung von Staatsdomänen werde der Glyphosatverzicht zum Bestandteil neuer Pachtverträge. „Die Bestandspächter werden wir bei diesem Schritt individuell beraten und unterstützen“, sagte Hinz.

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Das Beratungsangebot des Landes gehe aber weit darüber hinaus. Über die allgemeine landwirtschaftliche Beratung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen werde darauf hingewirkt, dass der Einsatz von Glyphosat und anderen Breitbandunkraut­vernichtungs­mitteln begrenzt und durch alternative Methoden ersetzt werde. Die große Nachfrage nach dieser Beratung zeige, dass in der Landwirtschaft ein Umdenkprozess stattfindet, sagte Hinz. Nun müssten Alternativen zu Glyphosat verstärkt genutzt und weiterentwickelt werden.

Glyphosat ist ein Total-Herbizid, es wirkt auf alle grünen Pflanzen. Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das Pflanzen zur Herstellung lebenswichtiger Aminosäuren brauchen, das aber auch in Pilzen und Mikroorganismen vorkommt. Wo Glyphosat ausgebracht wird, wächst kein Gras mehr – auch kein Kraut, Strauch oder Moos. Ackerflächen können so vor oder kurz nach der Aussaat und nochmals nach der Ernte unkrautfrei gemacht werden. © dpa/aerzteblatt.de

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