NewsPolitikBaerbock fordert schnellen Anwendungsstopp von Glyphosat
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Baerbock fordert schnellen Anwendungsstopp von Glyphosat

Dienstag, 14. August 2018

/dpa

Berlin – Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Bundesregierung zu einem schnellen Anwendungsstopp des Pflanzengifts Glyphosat aufgefordert. Als Konsequenz aus der Verurteilung des von Bayer übernommenen Agrarkonzerns Monsanto in den USA im Zusammenhang mit Glyphosat erwarte sie von Bundeslandwirt­schafts­ministerin Julia Klöckner (CDU), dass diese rasch einen Plan zum Verbot von Glyphosat in Deutschland vorlege, sagte Baerbock den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Das Glyphosat-Urteil in den USA sei „eine Ohrfeige für den Monsanto-Konzern und ein Triumph für die Wissenschaftler und Kritiker, die seit Jahren vor dem Pflanzengift Glyphosat warnen“, sagte die Grünen-Chefin. Nicht ohne Grund habe sogar die Welt­gesund­heits­organi­sation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Damit habe der Mutterkonzern Bayer „nun auf beiden Seiten des Atlantiks ein Problem“.

Anzeige

Globales Problem

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte den Zeitungen, Monsanto entpuppe sich für Bayer „schneller als erwartet als tickende Zeitbombe“. Der deutsche Pharmakonzern müsse künftig „nicht nur in den USA“, sondern „überall auf der Welt für Monsantos Geschäftspolitik der vergifteten Erde gerade stehen“.

Am vergangenen Freitag hatte ein Gericht in Kalifornien Monsanto zur Zahlung von fast 290 Millionen US-Dollar (254 Millionen Euro) an einen Krebspatienten verurteilt. Der ehemalige Hausmeister macht die glyphosathaltigen Herbizide von Monsanto für seinen Lymphdrüsenkrebs verantwortlich.

Bayer hatte das Urteil kritisiert. Es stehe „im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach kein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Glyphosat und dem Non-Hodgkin-Lymphom besteht“, sagte ein Bayer-Sprecher. Monsanto gehört seit Juni zu dem Konzern.

Unter Experten ist hoch umstritten, ob Glyphosat tatsächlich Krebs verursachen kann. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass keine Krebsgefahr von dem Herbizid ausgeht. Dagegen hatte die zur Welt­gesund­heits­organi­sation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren konstatiert, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ sei.

© afp/may/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Mai 2019
Oakland – Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenenjury des
Bayer verliert dritten US-Glyphosat-Prozess
30. April 2019
Pullman – Ein neuer Aspekt könnte die Debatte um Glyphosat vorantreiben und die Risikoeinschätzung von Umweltgiften erweitern. Das zumindest erhoffen sich Forscher um Michael Skinner von der
Diskussion um transgenerationellen Effekt bei Glyphosat
30. April 2019
Genf – Das giftige Pflanzenschutzmittel Dicofol wird weltweit aus dem Verkehr gezogen. Darauf einigten sich gut 150 Staaten in Genf, wie ein Sprecher des Sekretariats der Stockholmer Konvention über
Pflanzenschutzmittel Dicofol wird weltweit aus dem Verkehr gezogen
26. April 2019
Bonn – Der Kauf des US-Konzerns Monsanto hat der Führungsriege des Agrarchemiekonzerns Bayer eine heftige Schelte von Anteilseignern und lautstarke Proteste vor der Tür eingebracht. Bei der heutigen
Anlegerschelte für Bayer-Chefetage
18. April 2019
Straßburg – Die Zulassung von Pestiziden wie Glyphosat, Gentechnik sowie Aromen und anderen Zusatzstoffen in Lebensmitteln soll künftig transparenter werden. Darauf zielt eine Verordnung ab, die das
Zulassung von Pestiziden und Lebensmittelzusatzstoffen soll transparenter werden
12. April 2019
Lyon – Im Rechtsstreit um Gesundheitsschäden mutmaßlich durch ein Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat ein französischer Landwirt erneut Recht bekommen. Das Berufungsgericht in
Gericht gibt französischem Landwirt im Streit gegen Monsanto Recht
22. März 2019
Los Angeles – Kinder, die im Central Valley aufwuchsen, einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region in Kalifornien, erkranken häufiger an Autismus, wenn sie vor der Geburt oder im ersten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER