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Politik

Robert-Koch-Institut stellt Forschungsagenda vor

Dienstag, 14. August 2018

/dpa

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) will sich in den nächsten Jahren unter anderem verstärkt der Erforschung nosokomialer Infektionen und von Antibiotikaresistenzen widmen. Das geht aus der neuen „Forschungsagenda 2018–2025“ des RKI hervor, die das Institut jetzt vorstellte.

Das RKI hat die Aufgabe, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und zu verbessern. Dafür überwacht das Institut Gesundheitsentwicklungen und Krankheiten, informiert und berät die Bundes­regierung, Akteure des Gesundheitswesen sowie die Fachöffentlichkeit. Außerdem leistet das RKI Krisenmanagement bei überregionalen und grenzübergreifenden Krankheitsausbrüchen.

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„Zur Erfüllung dieser und weiterer gesetzlicher Aufgaben kann das RKI die erforderliche Qualität nur dann aufrechterhalten, wenn es eigene Forschungsarbeiten zu Ursachen, Ausmaß und Möglichkeit der Vermeidung von Krankheiten in der Bevölkerung durchführt“, berichtet das Institut. Das RKI nennt beispielhaft drei Stichworte, die im Zentrum der Forschung stehen.

Healthy Aging

„Gemeint ist damit nicht ein Altern ohne jegliche Erkrankungen, sondern vielmehr ein lebensphasenübergreifender Prozess, in dem ein Mensch sein Wohlbefinden, seine Selbstbestimmung und die Fähigkeit aufrecht erhält, das zu tun, was ihm wichtig ist“, heißt es in der Forschungsagenda.

Antibiotic-Stewardship-Programme

Nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenzen seien von herausragender Bedeutung für die Forschung. Durch eine wachsende Zahl älterer Krankenhaus­patienten und durch zunehmend komplexe Eingriffe bei betagten Menschen rückten Krankenhausinfektionen, Antibiotikaverbrauch und Resistenzproblematik in den Vordergrund.

Es gelte dabei nicht nur zu klären, wie häufig Infektionen durch resistente Erreger jeweils seien, sondern auch, wie wie diese Resistenzen entstünden und sich verbreiteten, welche Mechanismen zugrunde lägen und wie der Verbreitung entgegengewirkt werden könne.

„Von Interesse ist auch, welche Effekte dies auf die Verweildauer, die Kosten der Behandlung oder die Erwerbsfähigkeit von Patienten hat und auf welche Weise Antibiotic-Stewardship-Programme zu einem rationaleren und strategischeren Medikamenteneinsatz führen können“, so das RKI. 

One-Health-Forschungsstrategie

Generell hat sich in den vergangenen Jahren die Einsicht verstärkt durchgesetzt, dass eine enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt besteht. Dieses Paradigma wird als „One Health“ bezeichnet.

Beispielhafte Forschungsfragen sind laut RKI der Zusammenhang von Klimawandel und Allergien, die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in verschiedenen Reservoiren sowie das Risiko der Ausbreitung neuer Grippeviren infolge des global steigenden Fleischverzehrs und der veränderten Produktion von Schlachttieren.

Bei den Forschungen des Instituts stehen unterschiedliche Maßnahmen im Zentrum, unter anderem Impfungen, Hygienemaßnahmen, Infektionsschutz­ausrüstungen, Quarantänemaßnahmen oder Verzehrsempfehlungen.

Das RKI will sich laut Agenda außerdem zunehmend an der Entwicklung evidenz­basierter Gesundheitsinformationen für die Öffentlichkeit beteiligen. Dies soll zu einer höheren „Health Literacy“ beitragen, also der Fähigkeit von Bürgern, Gesundheitsin­formationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. © hil/aerzteblatt.de

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