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Kardiologen warnen vor Doping im Breitensport

Dienstag, 14. August 2018

/Kzenon, stockadobecom

Erkelenz – Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) warnt, dass immer mehr Freizeitsportler herzschädigende Arzneimittel einnehmen, um ihre Fitness und insbesondere ihr Aussehen zu verbessern. Aktuelle Zahlen ergäben allein für Deutschland Hunderttausende bis möglicherweise mehr als eine Million Menschen, die über Erfahrungen mit dem Konsum von Dopingsubstanzen verfügten, so der BNK (2018; doi: 10.23789/2366-9659-2018-2-88).

Der klassische Einstieg erfolgt laut dem Bundesverband in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten vor allem in Fitnessstudios oder in Trainingsgruppen. Langsam bilde sich dort eine Gruppenmentalität heraus, in der das Zuführen von Stoffen zur Leistungssteigerung zur Normalität werde. Zu Beginn seien es vermeintlich harmlose Nahrungsergänzungsmittel für trainingsbegleitende Diäten.

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Suchtgefahr nicht unterschätzen

Auf der nächsten Ebene folgten Arzneimittel aus der Humanmedizin wie Ephedrin, Clenbuterol, Anabolika oder Wachstumshormone. Nicht selten würden preisgünstigere Tierarzneien konsumiert. Am Ende resultiere nicht selten neben der Sucht nach leistungssteigernden Substanzen eine Betäubungsmittelsucht. „Sehr häufig kommt es bei der Einnahme dieser Substanzen nicht nur zu einer Suchtentwicklung, sondern auch zu schweren Schädigungen des Herzens, die teilweise nicht umkehrbar sind“, sagte Angelika Guth, Kardiologin im BNK.

Testosteron zum Beispiel führt in Verbindung mit Sport laut BNK zu einem krankhaften Wachstum von Herzmuskelzellen. Gleichzeitig würden aber nicht mehr Blutgefäße gebildet, sodass eine relative Unterversorgung mit Sauerstoff für die jetzt verdickten Herzmuskelzellen die Folge sei. Besonders im Rahmen von Belastungen könne es zum Gewebsuntergang und in der Folge zu einer Herzinsuffizienz kommen.

„Außerdem wird durch Testosteron das Verhältnis von gutem zu schlechtem Cholesterin nachteilig verändert. Dies mündet in einer Zunahme der Arteriosklerose, die wiederum das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht“, erklärte der Verband. Beide Erkrankungen würden auch durch die blutdrucksteigernde Wirkung von Testosteron begünstigt.

Auf die gemeinsame Verwendung von Doping mit Fettburnern wies in diesem Zusammenhang der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hin. „Der Einsatz von Diäten zusammen mit bestimmten Dopingsubstanzen ergibt vermeintlich verführerische Synergieeffekte“, erläuterte Mischa Kläber, Ressortleiter für Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement beim DOSB. Der Verband beobachte besonders unter jungen Frauen den vermehrten Konsum von körperfettsenkenden Substanzen wie Clenbuterol und Ephedrin.

Der BNK betonte zudem, dass die Präventionsabteilung der NADA – Nationale Anti-Doping-Agentur Infomaterialien zur Prävention von Doping und Medikamenten­missbrauch anbietet. Auch beim DOSB könnten Betroffene professionelle Hilfestellung für ihren Weg aus dem Medikamentenmissbrauch erhalten. „Wer jedoch Schmerzen hat oder sich krank fühlt, sollte unbedingt seinen Hausarzt aufsuchen und sich bei Herzbeschwerden an einen Kardiologen überweisen lassen“, so der BNK.

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland sind laut BNK aktuell Mitglied in Fitnessstudios. Der Verband beruft sich auf Zahlen des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen. © hil/aerzteblatt.de

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