NewsHochschulenNeuer Ansatz in der Hautkrebsforschung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Neuer Ansatz in der Hautkrebsforschung

Mittwoch, 15. August 2018

/M. Dörr & M. Frommherz, stockadobecom

Rostock/Greifswald – Neue Therapieformen gegen das maligne Melanom erforschen Wissenschaftler unter Federführung der Hautklinik der Universitätsmedizin Rostock. Dazu sollen kalte Plasmen, die im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald untersucht werden, sowie kleine Moleküle eingesetzt werden.

Als „kleine Moleküle“ bezeichnen die Forscher Substanzen, die gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen eingreifen und diese am Wachstum hindern. Weitere Partner des „Onkotherh“ genannten Vorhabens sind die Universitäten in Rostock und Greifswald, die Universitätsmedizin Greifswald sowie das Alfred-Krupp-Wissenschafts­kolleg Greifswald.

Anzeige

Zwei Millionen Euro Fördergelder

Im Rahmen des zweiten Exzellenzforschungsprogramms des Landes wird das Projekt mit zwei Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds und dienen dazu, die Spitzenforschung in der Region auszubauen. Mit den Fördergeldern wird insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt. „Das Ziel besteht darin, eine interdisziplinäre Entwicklungsplattform für neue Krebs­therapien einzurichten“, erläuterte Steffen Emmert, Direktor der Rostocker Hautklinik.

In Greifswald haben Wissenschaftler nach eigenen Angaben bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Inaktivierung von Tumorzellen durch Plasma erzielt. „Jetzt geht es darum, dieses Verfahren zu optimieren und ein weiteres Anwendungsfeld zu erschließen“, sagte Sander Bekeschus, Leiter der Forschergruppe „Plasma-Redox-Effekte“ am Zentrum für Innovationskompetenz plasmatis, einer Einrichtung des INP.

Die Kooperation mit der Universität Rostock biete die Möglichkeit, eine möglicherweise wirksame Alternative im Kampf gegen Krebs zu testen, die etablierte Behandlungs­methoden wie die Chemotherapie ergänzen könnte. 

Plasma ist nach fest, flüssig und gasförmig der vierte Aggregatzustand, den Materie annehmen kann. Das elektrisch leitfähige Teilchengemisch aus Atomen, Ionen, Elektronen und Molekülen entsteht dann, wenn einem Gas weiter Energie zugeführt wird. Im INP forschen rund 200 Mitarbeitende an Plasmen, die in den Bereichen Materialien und Energie sowie Umwelt und Gesundheit zur Anwendung kommen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. April 2019
Bremen – Ein dreidimensionales Eiweißgerüst, das in Zukunft bei der Wundheilung helfen könnte, haben Wissenschaftler der Universität Bremen entwickelt. Es sei denkbar, dieses Netzwerk künftig als eine
Biologisches Wundpflaster aus Eigengewebe entwickelt
15. April 2019
Heidelberg – Eine künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile bei gezielten Fragestellungen erfahrenen Medizinern in der Diagnostik überlegen. Diese Erfahrung mussten auch 157 Dermatologen aus 12
Künstliche Intelligenz erkennt Melanome zuverlässiger als Uni-Dermatologen
11. April 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn wünscht sich, dass mehr Menschen ihre Gesundheitsdaten für Forschungszwecke freigeben. „Es sollte viel leichter werden, die eigenen Daten anonymisiert
Spahn appelliert an Bevölkerung, Gesundheitsdaten für Forschung freizugeben
11. April 2019
Mannheim – Nach einer umstrittenen PR-Kampagne zu einem möglichen Bluttest auf Brustkrebs gibt es nun Ermittlungen wegen einer möglichen Wirtschaftsstraftat. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für
Nach Bluttest-PR-Kampagne: Ermittlungen wegen Wirtschaftsstraftat
8. April 2019
Dresden – Die Technische Universität Dresden soll ein Zentrum für klinische Forschung werden. Die Hochschule bekomme eine Förderung für ein Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit,
TU Dresden soll Zentrum für klinische Forschung werden
4. April 2019
Würzburg – Die Arbeitsbelastung in der Klinik erlaubt immer weniger Ärzten, sich auch in der Forschung zu engagieren. Clinician-Scientist-Programme sind hilfreich, können das Problem aber nicht
Klinik und Forschung für Ärzte schwer zu vereinbaren
29. März 2019
Bern – Die klinische Forschung steht unter Druck, nicht nur in Deutschland. Auch andernorts führt die Verdichtung der ärztlichen Arbeit dazu, dass immer weniger Mediziner parallel zu ihrer klinischen
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER