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Radioonkologen weisen auf neue Möglichkeiten der Bestrahlung von Krebsmetastasen hin

Freitag, 17. August 2018

/dpa

Leipzig – Neue radioonkologische Verfahren zur Bestrahlung von Patienten mit metastasierten Krebserkrankungen können die Prognose zum Teil deutlich verbessern. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Sie spricht in diesem Zusammenhang von einer Oligo-Metastasierung („oligo“ gleich griechisch „wenige“).

„Bis vor wenigen Jahren herrschte in der Krebstherapie ein Schwarz-Weiß-Denken: Wenn der Krebs auf das Ursprungsorgan begrenzt war, dann war die Heilung des Patienten das Ziel. Wenn der Tumor aber gestreut hatte, dann konnte die Erkrankung lediglich verlangsamt, aber nicht besiegt werden. Heute wissen wir, dass es eine Zwischenstufe der Krebserkrankung gibt, bei der sich nur einzelne Metastasen abgesetzt haben, der Tumor sich aber noch nicht ungehindert im Körper ausbreiten kann“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Das vollständige Ausschalten aller Metastasen durch die Strahlentherapie sei bei einer solchen Oligo-Metastasierung ein wichtiger Faktor, um eine Chance auf Heilung zu ermöglichen.

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Die DEGRO berichtet, dass etwa beim nichtkleinzelligem Lungenkrebs bei bis zu der Hälfte der Patienten die Metastasierung auf nur wenige Absiedlungen begrenzt sei (2013; doi: 10.1016/j.ijrobp.2013.06.1398). Beim Prostatakarzinom fänden sich nach fehlgeschlagener Operation bei etwa 40 Prozent der Patienten wenige isolierte Metastasen (2017; doi: 10.2967/jnumed.117.197160).

Eine moderne Hochpräzisionsbestrahlung ermögliche eine punktgenaue, hochdosierte und gegebenenfalls fraktionierte stereotaktische Bestrahlung dieser Tumoren und Metastasen. Der stereotaktische Bestrahlung gehe eine detaillierte 3D-Planung anhand von Röntgen- und CT-Bildern sowie eine Berechnung der Dosis und des Bestrahlungs­felds voraus. 

„Es ist hier ein Paradigmenwechsel zu erwarten, denn die ablative Hochpräzisions­bestrahlung kann hoffentlich in optimaler Kombination mit moderner systemischer Therapie und Chirurgie bei zukünftig größeren Patientengruppen mit Oligo-Metastasierung, beispielsweise bei Primärtumoren in Lunge Prostata oder Darm, eine Heilung möglich machen“, meint der DEGRO-Experte Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radioonkologie am Universitätsspital Zürich. © hil/aerzteblatt.de

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