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Ausland

Care: Syrien ist das gefährlichste Land für humanitäre Helfer

Donnerstag, 16. August 2018

/dpa

Berlin – Syrien ist nach Angaben der Hilfsorganisation Care das gefährlichste Land für humanitäre Helfer weltweit. Wie Care anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am Sonntag mitteilte, wurden in Syrien in diesem Jahr schon 42 Helfer getötet – so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zu den besonders gefährlichen Ländern für Helfer gehören demnach auch der Südsudan mit sieben Toten sowie die Zentralafrikanische Republik und Afghanistan mit je sechs Toten.

„Humanitäre Helfer, die an vorderster Front lebensnotwendige Unterstützung leisten, werden getötet, verhaftet und eingesperrt“, erklärte heute der Generalsekretär von Care Deutschland, Karl-Otto Zentel. Von den Luftangriffen auf Zivilisten in Syrien seien auch Hilfsorganisationen wie Care und ihre Partner vor Ort betroffen. „Besonders in Syrien ist Nothilfe ein Job, der Lebensgefahr bedeutet“, erklärte Zentel.

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Care wies darauf hin, dass Angriffe auf humanitäre Helfer laut dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag als Kriegsverbrechen gelten. „Alle Konfliktparteien weltweit müssen sicherstellen, dass Helfer überall uneingeschränkten Zugang zu Menschen in Not erhalten und nicht selbst zum Angriffsziel werden“, forderte Zentel.

Die Welthungerhilfe mahnte zudem ein stärkeres politisches Engagement der internationalen Staatengemeinschaft an, um humanitäre Krisen wie in Syrien oder im Südsudan zu beenden. „80 Prozent der humanitären Hilfe findet heute in Kriegs- und Konfliktregionen statt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Till Wahnbaeck. Letztlich könnten aber nur politische Lösungen dauerhaft Menschenleben retten und Lebensbedingungen verbessern. „Wir können Nahrungsmittel, Zelte oder Trinkwasser verteilen, aber Frieden und Stabilität können nur doch politische Prozesse erreicht werden“, so Wahnbaeck.

Der Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (Venro) wies auch auf die schwierige Lage für private Seenotretter im Mittelmeer hin. Die Organisationen dürften „nicht weiter kriminalisiert und durch administrative Fallstricke, Hafenblockaden und Gerichtsverfahren behindert werden“, forderte die stellvertretende Venro-Vorsitzende Inez Kipfer-Didavi. Die Folge sei, dass es trotz sinkender Flüchtlingszahlen derzeit verhältnismäßig viele Tote gebe.

Die Hilfsorganisationen müssten ihre Arbeit daher sofort wieder aufnehmen dürfen. Bisher würden Helfer eigentlich nur in „undemokratischen und fragilen Staaten“ wie Syrien, Somalia und oder Südsudan zum Angriffsziel, betonte Kipfer-Didavi. „Das Mittelmeer muss endlich wieder ein Gebiet werden, in dem internationales Recht, europäische Werte und Menschlichkeit gelten.“

Der Welttag der Humanitären Hilfe wird seit 2009 jedes Jahr am 19. August begangen, um das Engagement der humanitären Helfer zu würdigen und auf die tägliche Bedrohung der Helfer aufmerksam zu machen. Am 19. August 2003 waren bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad 22 Menschen ums Leben gekommen. © afp/aerzteblatt.de

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