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Politik

Leseprobleme mit alten Gesundheitskarten: Ministerium ruft Kassen zum Handeln auf

Freitag, 17. August 2018

/dpa

Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Krankenkassen aufgefordert, ihrer Versicherten darüber zu informieren, dass diese nur noch die neueste elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der Arztpraxis benutzen. Das geht aus einem Rundschreiben des GKV-Spitzenverbands an alle Krankenkassen hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

Demnach haben sich Leistungserbringer sowohl beim Ministerium als auch bei Bundestagsabgeordneten darüber beschwert, „dass die Verwendung veralteter Gesundheitskarten (eGK) in den Praxen zu erheblicher Zeizverzögerung (Aufklärung der Patienten, Nachreichung der eGK) führt“, heißt es in dem Schreiben.

Das Problem sind elektronische Gesundheitskarten der Generation 1: Das Versichertenstammdatenmanagement, also der Onlineabgleich der Daten auf der eGK – kurz VSDM –, funktioniert nur bei Karten der Version G 1plus (bis Ende 2018) und G 2. Fehler treten bei den veralteten G-1-Karten auf. Die Krankenkassen waren deshalb verpflichtet, ihre Versicherten mit neuen Karten auszustatten. Da sich die G-1-Karten äußerlich nicht von den neueren G-1plus-Karten (Aufdruck jeweils G 1) unterscheiden, verwenden Versicherte unwissentlich mitunter weiterhin die alte Karte.

Das BMG fordert die Krankenkassen jetzt auf, auf die Notwendigkeit des Mitführens der neuesten eGK hinzuweisen. „Die Aktion sollte nach Auffassung des BMG über eine reine Information der Versicherten in den Mitgliedszeitschriften hinausgehen“, schreibt der GKV-Spitzenverband. Es böte sich an, die Hinweise in das Anschreiben bei der Zusendung einer neuen eGK aufzunehmen oder im Rahmen eines telefonischen Versichertenkontaktes, heißt es weiter.

Eine Ministeriumssprecherin erkärte auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes, dass das Gültigkeitsdatum der alten eGK häufig noch nicht abgelaufen sei, auch wenn die neue eGK beim Versicherten angekommen sei. Das führe dazu, dass Versicherte die alte Karte weiterverendeten. Aufgrund technischer Probleme in den Arztpraxen sollten die Krankenkassen die Versicherten aber darauf hinweisen, nur die neueste eGK zu benutzen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßte den Vorstoß des Ministeriums. „Es wird höchste Zeit, dass die Kassen alle Versicherten mit neuen Karten ausstatten – und diese auch genutzt werden“, sagte Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV. Es könne nicht angehen, dass die Ärzte und Psychotherapeuten die Leidtragenden seien.

Nicht nur den Ärzten, sondern auch den Patienten entstünde durch die abgelehnten Karten unnötiger Aufwand. „Die Kassen müssen ihre Versicherten endlich darüber informieren, dass sie die alte vernichten und nur noch die neue eGK benutzen dürfen“, forderte Kriedel. © may/aerzteblatt.de

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