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Ausland

Zahl der Drogentoten in den USA gestiegen

Freitag, 17. August 2018

/dpa

Washington – In den USA ist die Zahl der Drogentoten durch Überdosis im vergan­genen Jahr um beinahe sieben Prozent gestiegen. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC mitteilte, starben 2017 71.568 Menschen an einer Überdosis. 2016 seien es noch 67.114 Drogentote gewesen.

Der deutliche Anstieg hängt den Angaben zufolge mit der Hinwendung zu Opioiden wie Heroin, Fentanyl und verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln zusammen. Die Zahl der Todesopfer liegt weit über derjenigen bei Verkehrsunfällen, Schießereien oder Selbstmorden in den USA.

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38 von 50 Bundesstaaten verzeichneten einen Anstieg der Drogentoten. Die meisten Opfer gab es in Florida, Kalifornien, Pennsylvania und Ohio. Prozentual den stärksten Anstieg gab es in Nebraska (plus 33,3 Prozent) und North Carolina (plus 22,5 Prozent). Die Überdosis-Krise begann zu Beginn der 2010er-Jahre, vielfach wegen im Übermaß verschriebener starker Schmerzmittel wie Oxycodon.

Mehr als zwei Millionen Menschen wurden in der Folge abhängig von diesen Substanzen. Viel wandten sich harten Drogen wie Heroin und Fentanyl zu. Diese machten jetzt fast die Hälfte der Todesfälle durch Überdosis aus, rund ein Drittel mehr als 2016.

Die Daten der Gesundheitsbehörde zeigen zugleich, dass Präventionsprogramme Wirkung zeigen. Das ist beispielsweise in Massachusetts der Fall. Dieser Bundesstaat gehört nicht mehr zu den Spitzenreitern bei Drogentoten durch Überdosis wie in den vergangenen Jahren. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #682954
Markus 67
am Freitag, 31. August 2018, 08:51

Folge von Gesundheitssystem - Nichtversichertsein

Schmerzmittel udn auch Opioide werden ja in der Regel nicht aus Lust am Rausch eingesetzt, sondern, weil da jemand Schmerzen hat. Ob nun im Rahmen orthopädischer Erkrankungen (Rücken, Hüftgelenk, Kniegelenk), Tumorerkrankungen, Folgen von Verletzungen... - wenn Pat. keinen Zugang zu sehr teuren Behandlungen wie Hüft- oder KnieTEP oder anderen Behandlungen haben, bleibt nur die Schmerztherapie. Und da ist mit NSAR auf Dauer nichts zu holen, weder von der Wirkstärke noch von den zu erwartenden Nebenwirkungen u.a. für die Nieren. Also kommen Opiode ins Spiel.
Eine gewisse kulturelle Komponente mag auch mitwirken - so manche US-Amerikaner, die ich kennenlernte, waren regelrechte Pillenjunkies, wo ich hier in der Praxis eher mit Fragen konfrontiert werde, ob denn diese Tabletten auch noch nötig seien.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 17. August 2018, 23:13

Hausgemacht

Werden Opiate nach Vorschrift eingenommen, also retardiert, oral und nach der Uhr, entstehen keine Suchtprobleme und selbst absichtliche Überdosen erreichen ihr Ziel nicht. Ein Gesundheitssystem, dessen Arzthonorare und Arzneimittelpreise für viele kaum bezahlbar sind, fördert dagegen die Bedarfseinnahme "entretardierter" Opiate und unzulässige Applikation (Rauchen Schnupfen, Spritzen) - ein sicherer Weg in die Sucht. Wenn zudem noch eine Langzeitverordnung vom Arzt plötzlich beendet wird und der Dealer an der Ecke mit Billigheroin aufwartet, ist die Richtung klar. Dazu kommen noch ausgekochte Fentanylpflaster und mit Fentanyl, Carfentanyl, Ocfentanyl und Sufentanyl aufgepepptes "Heroin" aus dem Darknet. Die hochpotenten Fentanylderivate sorgen dafür, dass bei nachlässigem Strecken eine Portion aus dem selben Bubble unwirksam und die nächste tödlich sein kann...
Wie sonst ist zu erklären, dass nirgends auf der Welt außerhalb der USA die gleichen Verhältnisse herrschen?
LNS

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