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Medizin

Studie: Kohlenhydratarme Ernährung kann Leben verkürzen – außer bei Vegetariern

Freitag, 17. August 2018

/WavebreakMediaMicro, stockadobecom

Boston – Eine kohlenhydratarme Ernährung, die derzeit beliebt ist, weil sie einen raschen Diäterfolg ermöglicht, kann nach den Ergebnissen einer prospektiven Kohortenstudie in Lancet Public Health (2018; doi: 10.1016/S2468-2667(18)30135-X) das Sterberisiko ebenso erhöhen wie ein hoher Anteil von Kohlenhydraten in der Ernährung. Von wesentlicher Bedeutung scheint die Herkunft der Proteine und Fette zu sein, die die Kohlenhydrate ersetzen.

Die Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en haben sich in den letzen Jahren geändert. Nachdem lange Zeit eine fettarme Diät als Mittel gesehen wurde, die Cholesterinwerte zu verbessern und einer Atherosklerose vorzubeugen, soll jetzt eine kohlenhydratarme Ernährung die derzeitige Adipositas- und Diabetesepidemie bekämpfen.

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Die im letzten Jahr veröffentlichten Ergebnisse der PURE-Studie („Prospective Urban Rural Epidemiology“) lieferten hierfür wichtige Argumente. In der Studie, die 135.000 Personen auf 5 Kontinenten untersuchte, war eine kohlenhydratreiche Ernährung mit einem höheren Sterberisiko assoziiert. Die Studie wurde allerdings in Bevölkerungen mit einem relativ hohen Verzehr von Kohlenhydraten durchgeführt. Dies lag an der Beteiligung von ostasiatischen Kulturen, in denen Reis die wichtigste Energiequelle ist. Die Menschen ernähren sich deshalb auch deutlich fettärmer als Europäer und Nordamerikaner.

Die amerikanische ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities Study) liefert hier repräsentativere Daten. Die Studie begleitet seit nunmehr einem Vierteljahrhundert eine Gruppe von 15.428 Erwachsenen im Alter von 45 bis 64 Jahren mit unter­schiedlichem sozioökonomischen Hintergrund und europäischer oder afrikanischer Herkunft aus vier US-Bezirken.

Zu Beginn der Studie und 6 Jahre später füllten die Teilnehmer einen detaillierten Ernährungsfragebogen aus, aus dem sich der Anteil, aber auch die Herkunft von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen ermitteln ließ. Sara Seidelmann vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter haben die Angaben mit den 6.283 Todesfällen in Verbindung gesetzt, zu denen es nach einer medianen Nachbeobachtung von 25 Jahren gekommen ist.

Zunächst einmal bestätigt die ARIC-Studie die Erkenntnisse der PURE-Studie: Ein hoher Anteil von Kohlenhydraten in der Nahrung war mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Ein 50-jähriger Teilnehmer, der mehr als 65 % der Energie durch Kohlen­hydrate deckte, lebte danach im Durchschnitt noch 32,0 Jahre gegenüber 33,1 Jahren bei einem Teilnehmer mit einem Anteil der Kohlenhydrate von 50 bis 55 %.

Ergänzend zur PURE-Studie, die diesen niedrigen Bereich nicht abdeckte, war aber auch eine niedrige Kohlenhydratzufuhr mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Ein 50-jähriger Teilnehmer, der weniger als 30 % der Energie aus Kohlenhydraten bezog, hatte eine Lebenserwartung von 29,1 Jahren. Am niedrigsten war das Sterberisiko bei einem Anteil der Kohlenhydrate von 50 %.

Eine Metaanalyse, die neben ARIC und PURE noch weitere kleinere Studien einbezog, kam zu dem gleichen Ergebnis. Personen, die mehr als 70 % der Energie über Kohlenhydrate zu sich nahmen, hatten danach ein um 23 % erhöhtes Sterberisiko: Hazard Ratio 1,23 (95-%-Konfidenzintervall 1,11 bis 1,36). Bei einem Anteil von weniger als 30 % war das Sterberisiko um 20 % erhöht: Hazard Ratio 1,20 (1,09–1,32).

Weitere Analysen ergaben, dass die Art der Fette und Proteine, die die Kohlenhydrate bei einer kohlenhydratarmen Ernährung ersetzen, einen großen Einfluss haben. Seidelmann unterscheidet zwischen einer vegetarischen und einer fleischhaltigen Kost.

Die vegetarische Diät war bei einer kohlenhydratarmen Ernährung mit einem um 18 % verminderten Sterberisiko assoziiert (Hazard Ratio 0,82; 0,78–0,87), bei einer fleischhaltigen Diät war das Sterberisiko dagegen um 18 % erhöht (Hazard Ratio 1,18; 1,08–1,29).

Die Gründe für die Vorteile der vegetarischen Kost kann die Studie nicht klären. Seidel­mann vermutet, dass ein hoher Anteil tierischer Fette und Proteine Entzündungs­vorgänge im Körper stimuliert und durch oxidativen Stress die biologische Alterung beschleunigt. Bei einem zu geringen Verzehr von Obst und Gemüse könnten Mangelzustände bei Vitaminen und Spurenelementen auftreten.

Bei einer epidemiologischen Studie bleibt trotz der Berücksichtigung von konkurrierenden Risikofaktoren – in der Studie waren dies Alter, Geschlecht, Bildung, Taillenumfang, Rauchen, körperliche Aktivität, Diabetes, Wohnort, geografische Region und Gesamtkalorienzufuhr – immer die Möglichkeit, dass andere Ursachen, die mit der Ernährung korrelieren, das veränderte Sterberisiko erklären.

Andrew Mente und Salim Yusuf von der McMaster University in Hamilton/Kanada raten im Editorial grundsätzlich zur Mäßigung bei Diäten. Obwohl Kohlenhydrate technisch gesehen kein essentieller Nährstoff sind (im Gegensatz zu Proteinen und Fetten), müsse eine gewisse Zufuhr gewährleistet sein, etwa um bei körperlicher Aktivität den kurzfristigen Energiebedarf zu decken. Die Studie deute jedoch darauf hin, dass ein Anteil der Kohlenhydrate von 50 Prozent der „Sweet Spot“ für eine gesunde Ernährung ist. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 20. August 2018, 11:29

Traue keiner Ernährungsstudie!

Das ist das Fazit, das man aus zigtausenden von „Ernährungsstudien“ ziehen kann, die bewiesen haben wollen, dass man möglicherweise eher krank oder möglicherweise eher nicht krank wird, wenn man dieses isst oder jenes weglässt. Regelmäßig alle paar Jahre ändern sich angeblich felsenfeste Ernährungsstandards, weil „neuere Studien“ etwas anderes gezeigt haben wollen. Was wir wissen, ist lediglich: man kann sich zwar mit einiger Mühe krank essen, wenn man es unbedingt darauf anlegt, aber gesund essen kann man sich nicht.
Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 18. August 2018, 21:05

Mein Großvater

Landarzt seines Zeichens, pflegte zu sagen: "Wie sich der Mensch ernährt, weiß der liebe Gott allein - und der verrät es nicht"
Ich bin jetzt seit 40 aJhren Arzt und habe entsprechend viele "Generationen" von angeblich wissenschaftlich begründeten Ernährungsempfehlungen erlebt. Mit Ausnahme der unscharf definierten "mediterranen Kost" mussten alle revidiert werden, wer sich an die Vorgaben hielt - durch Studienfälschung der Zuckerindustrie beeinflut - riskierte Kopf und Kragen.
Die Ernährungforscher sollen ml lieber selber forschen als möglicherweise minderwertige alte Studien auszuwerten.
Avatar #737577
prevdoc
am Samstag, 18. August 2018, 16:02

Wie Ernährungsepidemiologen mit Zahlen jonglieren, um das gewünschte Resultat zu erzielen

Wo liegen die Probleme dieser Studie? Was kann sie wirklich Aussagen?
Grundsätzlich ist die Erhebung von Ernährungsdaten mit Fragebögen, bei denen sich der Teilnehmer rückblickend an seine durchschnittliche Ernährung erinnern soll, sehr viele anfällig. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele.
Wir sehen dies in unseren eigenen Anamnesebögen, wenn wir den angekreuzten EPIC-Fragebogen, der darin enthalten ist, mit den Tages-Ernährungsprotokollen (unter der Woche/am Wochenende) vergleichen. Das stimmt sehr oft überhaupt nicht überein.
Die beiden Erhebungen zur Ernährung wurden um 1988 und um 1992 durchgeführt, also zu der Zeit, als die traditionellen Ernährungsempfehlungen zu einer fettarmen, cholesterinarmen Kost auf ihrem Höhepunkt waren und von niemandem kritisiert wurden. Einmal abgesehen davon, dass es fragwürdig ist, eine konstante Ernährung über einen Zeitraum von 25 Jahren anzunehmen, stellt sich auch die Frage, wer um 1990 „völlig gegen den Strom“ Low-Carb-High-Fat gegessen haben sollte.
Das waren doch sicherlich keine Visionäre, die die Ernährungsempfehlungen kritisch hinterfragt haben (was damals praktisch niemand tat), sondern es waren schlichtweg diejenigen, denen die in den USA massiv verbreiteten Ratschläge zur cholesterin- und fettarmen Ernährung „völlig Wurst waren“, im wahrsten Sinne des Wortes.
Das heißt, dass wir gesundheitsbewusste Menschen in Gruppe 5, die die Ernährungsempfehlungen perfekt umsetzen wollten, mit völligen „Ignoranten“ vergleichen, die ganz einfach aßen was Ihnen schmeckte. Und ganz sicher war das nicht eine mediterrane Low-Carb-Ernährung sondern eher eine US-amerikanische High-Fat-Ernährung mit Fast Food-Fraß und vielen frittierten Speisen (Trans-Fettsäuren waren damals noch kein Thema!). Natürlich geben die Autoren der Studie zur Qualität der Ernährung in der angeblichen „Low-Carb-Gruppe“ keine Auskünfte, obwohl sie das sicher gekonnt hätten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Basisdaten in Tab. 1 zeigen Auffälligkeiten und große Verwerfungen
Wenn wir uns die Basisdaten in Tabelle1 anschauen, dann fällt zunächst einmal auf, wie wenig Energie im Durchschnitt ein Amerikaner um 1990 zuführte: Es waren ca. 1600 kcal/Tag. Da fragt man sich doch, warum damals die Menschen immer dicker wurden, so auch in der ARIC Studie mit einem BMI-Anstieg von durchschnittlich 0,9 kg/m² über den Zeitraum von 6 Jahren.
Das passt natürlich überhaupt nicht zu dieser angegebenen Energiemenge und zeigt, wie schwachbrüstig die erhobenen Ernährungsdaten sind. Beim durchschnittlich fetten Amerikaner mit einem BMI von 28 kg/m² müssten wir eher von einer Kalorienzufuhr von weit über 2000 kcal/Tag ausgehen. Bei den Angaben fehlt also etwas. Es ist anzunehmen, dass Teilnehmer von den Dingen, die man für „ungesund“ hielt (damals sicherlich Fleisch, Eier, Alkohol) eher weniger Angaben, als man tatsächlich verzehrte.

Quintile 1 ist nicht Low-Carb
Die Kohlenhydratzufuhr in der Quintile 1, der angeblichen Low-Carb-Gruppe, lag trotz dieses von mir vermuteten Energiedefizits bezogen auf die in der Tabelle angegebene Energiezufuhr immerhin bei 150 g/Tag (37% der Kalorien). Das ist nicht „Low-Carb“.

Ungleichverteilung von Risiken
• In der Gruppe 1 waren 53% Männer und 47% Frauen, in der gesundheitsbewussten Gruppe 5 dagegen nur 36% Männer und 64% Frauen. Klar ist: Frauen halten sich eher an Ernährungsempfehlungen als Männer. Dies ist eine Aussage, die man mit dieser Studie definitiv untermauern kann! 😉
• in Gruppe 1 gab es 33% aktuelle Raucher und 35% Ex-Raucher (insgesamt also 68% aktuelle oder ehemalige Raucher), in Gruppe 5 waren es nur 22% aktuelle und 29% ehemalige Raucher (insgesamt 51% aktuelle oder ehemalige Raucher).
• Sportlich aktive Menschen fanden sich 15% in Gruppe 1, aber 20% in Gruppe 2 (bewertet wurde dies als höchste Quintile 5 bei der körperlichen Aktivität bezogen auf alle Teilnehmer).
• Der mittlere BMI lag in Gruppe 1 bei 28, 0, in Gruppe 5 bei 27,4 kg/m².
• Und schließlich gab es in Gruppe 1 13% Diabetiker, in Gruppe 5 nur 10% Diabetiker.
Alle Unterschiede bei Rauchen, Sport und Diabetes waren statistisch hochsignifikant.
Die angebliche „Low-Carb“ Gruppe 1 hatte also ziemlich ungesunde Verhaltensweisen und Gesundheitsparameter. Dies müsste bei einer statistischen Korrektur im Rahmen der „multivariaten Analyse“ dann dazu führen, dass deren Gesamtmortalität nach unten korrigiert wird.

Kann man den Adjustierungen im Hintergrund vertrauen?
Die Rohdaten zur Mortalität in den 5 Kohlenhydrat-Quintile werden nicht veröffentlicht. Lediglich im Appendix findet sich in einer anderen Einteilung (Kohlenhydratverzehr in 10%-Bereichen) die tatsächliche, unadjustierte Mortalität.
Diese liegt in der sehr kleinen Gruppe mit weniger als 30%en Kohlenhydraten (n= 315) tatsächlich bei 52%, wohingegen die anderen 4 Gruppen um die 40% liegen. Verglichen mit einem Kohlenhydratanteil von 50-55% bleibt dann nach angeblich multivariate Adjustierung immer noch eine Risikosteigerung um 37% für diese Gruppe übrig.
Wie für die einzelnen, ungleich verteilten Risikofaktoren „adjustiert“ wird, legen unsere Zahlenjongleure natürlich nicht offen. Damit wird das gesamte Analyseverfahren völlig intransparent und anfällig für jegliche Art von Manipulation.

Was sagt die ARIC-Studie wirklich zur Ernährung aus? Mein Fazit:
1. Mit diesem methodischen Ansatz der Auswertung von zweimal ausgefüllten, fragwürdigen Ernährungsfragebögen darf man keine Schlussfolgerungen für Ernährungsempfehlungen an die Bevölkerung ziehen. Die Methode ist anfällig für systematische Fehler und offen für jedwede Manipulation bei den Adjustierung im Hintergrund.
2. Menschen (überwiegend Männer), denen die offiziellen Ernährungsempfehlungen „scheißegal“ sind, verhalten sich auch in anderer Hinsicht eher ungesund. Sie rauchen mehr, machen weniger Sport, haben mehr Diabetes und sind dicker. Dass Ihre Mortalität erhöht ist, braucht nicht zu wundern.
3. Die angebliche Low-Carb Gruppe 1 hat keineswegs „gesundheitsbewusst“ Low-Carb gegessen, wie wir dies heute empfehlen.
4. Insofern ist diese komplette Auswertung der ARIC-Studie eine Farce, die einzig und allein einen politischen Hintergrund hat.

Das Resultat widerspricht der experimentellen Evidenz
Wenn Interventionsstudien, bei denen die Teilnehmer unter kontrollierten Bedingungen von der Diätküche bekocht werden, eindeutig zu positiven Veränderungen der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren (insbesondere ApoB, non-HDL-Cholesterin, Triglyceride, HDL-Cholesterin, hS-CRP) unter einer mediterranen Low-Carb-Ernährung im Vergleich zur traditionellen fettarmen Kost kommen, wenn Metaanalysen zum Thema Typ 2-Diabetes und Ernährung mediterran-Low-Carb zur Verbesserung des HbA1c favorisieren, wenn vergleichende Studien zur Gewichtsreduktion die klare Überlegenheit von Low-Carb zeigen, wenn in der PREDIMED Studie (trotz aller Schwächen auch in der Re-Analyse) der Verzicht auf Kohlenhydrate im Austausch gegen mehr Olivenöl die Mortalität senkte, dann widerspricht die gesamte Evidenz der Botschaft, die mit der ARIC-Studie nun in die Welt hinausposaunt wird.
Dies hat ganz eindeutig politische Hintergründe. Die alte Harvard-Garde, dominiert von Vegetariern, möchte ihre Botschaft einer „pflanzenbasierten Kost“ durch solche (mutmaßlich manipulierten) epidemiologischen Analysen untermauern.
Wir sollten uns dagegen an die seriösen Experten Ludwig und Mozaffarian und die Evidenz aus kontrollierten Interventionsstudien halten. Und wir sehen natürlich auch den Erfolg unserer Ernährungsempfehlungen in der täglichen Praxis, beispielsweise bei der Rückbildung des Typ 2-Diabetes durch eine mediterrane Low-Carb Ernährung bei zahlreichen Patienten in meinen Prevention First-Praxen.

Dr. med. Johannes Scholl
Internist, Ernährungs- und Sportmediziner
1. Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventivmedizin e.V.
Dr. Scholl Prevention First GmbH
Europastraße 10
D-65385 Rüdesheim am Rhein
scholl@preventionfirst.de
Avatar #751287
#Preussenallee35A
am Samstag, 18. August 2018, 08:42

Kohlenhydratarme Ernährung kann Leben verlängern

Die Krebszelle ernährt sich im wesentlichen aus Zucker / Kohlenhydrate.
Fett- und eiweißreiche Ernährung mit wesentlichem geringen Anteil Zucker + Kohlenhydrate
killt/ stoppt / hemmt das Wachstum der Krebszelle, denn davon kann sie sich nicht am Leben halten.
Nach Beendigung des Wachstums (ab ca. 25. Lebensjahr) sollte genau individuell analysiert werden,
was gegessen + getrunken (wann und in welchen Mengen) wird.
Adipositas- und Diabetesepidemie ist erhährungsbedingt ("angefressen") und einige Krebsarten auch
(wie Darmkrebs).
Und wenn man dann eine Krankheit hat, kann diese über die Ernährung in vielen Fällen geheilt bzw. gehemmt werden. Empfehlung "Ernährungsdocs im NDR Fernsehen.
NUR ein kranker Mensch bringt allen Beteiligten der Gesundheitsindustrie Gewinn und Vermögen (wirtschaftliches Interessen der Pharmaindustrie / Apotheken, Ärzteschaft / Kliniken et cetera),
kein Gesunder.
Avatar #712457
cselig
am Samstag, 18. August 2018, 08:21

Junk Science

Was der Autor dieses Artikels vergessen hat, ist, die erbärmliche Methodik klar darzustellen: Die Teilnehmer füllten ein einziges Mal in ihrem Leben einen Fragebogen aus und nach ein paar Jahrzehnten wurde geschaut, wie viele noch leben. Mit dieser Methodik bekommt man nicht mal seinen Soziologie-Bachelor, aber im Bereich der Ernähungsepidemiologie ist scheinbar alles erlaubt.

Es handelt sich definitiv um Junk Science. Epidemiologische Studien sind im Bestfall hypothesengenerierend. Der Unterton ist jedoch, dass eine kausale Inferenz möglich sei. Dies ist bei epidemiologischen Studien nur unter bestimmten Umständen möglich, etwa wenn die Bradford-Hill-Kriterien angewendet werden oder gleich eine ökonometrische Analyse erfolgt oder Hazard Ratios jenseits ~10 auftauchen. Dies ist hier nicht geschehen bzw. nicht das Ergebnis.

Der Meta-Medizinforscher John Ioannidis aus Stanford äußerte sich gegenüber der CBC im Mai 2018 wie folgt: "Nutritional epidemiology is a scandal. It should just go to the waste bin." Welcher Unfug im Detail geschieht, ist von ihm wunderbar im BMJ dargestellt worden (BMJ 2013;347:f6698).

Mir bleibt schleierhaft, wie derartiger Unsinn seinen Weg ins Ärzteblatt findet.
LNS

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