NewsAuslandItalien fordert von EU Lösung im Streit um gerettete Migranten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Italien fordert von EU Lösung im Streit um gerettete Migranten

Montag, 20. August 2018

Die „Diciotti“ vor Trapani, Italien /dpa

Rom – Italien sieht im Streit um 177 Migranten an Bord eines italienischen Küsten­wachenschiffs die EU-Kommission am Zug. Das Außenministerium habe die Kommission offiziell dazu aufgefordert, sich des Themas anzunehmen, hieß es in einer Mitteilung von gestern.

Die Regierung in Rom halte es nach dem EU-Gipfel Ende Juni für „unerlässlich“, dass die EU-Kommission Initiative ergreife und Mitgliedsstaaten ausmache, die bereit seien, die im Meer Geretteten aufzunehmen. Die Migranten könnten auch in Italien an Land gehen, sollte die Umverteilung geklärt sein, sagte Innenminister Matteo Salvini laut Nachrichtenagentur Ansa.

Anzeige

Seit Antritt der neuen populistischen Regierung im Juni werden immer wieder Schiffe mit geretteten Migranten tagelang im Mittelmeer blockiert. Neben Italien weigert sich auch Malta, seine Häfen für sie zu öffnen. Die beiden Länder handelten in den vergangenen Wochen mehrmals ad hoc mit anderen EU-Staaten die Verteilung der Menschen aus. Auch Deutschland beteiligte sich daran.

Hilfsorganisationen kritisieren diese Vorgehensweise nicht nur, weil die geretteten und oft traumatisierten und geschwächten Menschen lange auf Schiffen im Meer ausharren müssten. Sie befürchten auch, dass durch die Ungewissheit über einen sicheren Hafen die Bereitschaft der Schiffskapitäne sinkt, Menschen von seeuntüchtigen Booten aufzunehmen.

Die „Diciotti“ hatte am vergangenen Donnerstag 190 Migranten von einem Boot in der Such- und Rettungszone Maltas aufgenommen. Die Italiener brachten 13 Menschen, die dringende medizinische Hilfe benötigten, auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Die „Diciotti“ sollte die anderen Migranten nach Malta bringen. Dafür wurde ihr aber von Malta die Erlaubnis verweigert.

Salvini hatte am Wochenende gedroht, die Menschen zurück nach Libyen zu bringen, sollte Europa keine Lösung finden. Die Rückführung in ein Land wie Libyen, in dem Migranten Missbrauch und Folter befürchten müssen, würde aber internationales Recht brechen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2019
Berlin – Beim Umgang mit der Migration über das Mittelmeer drängt das UN-Flüchtlingskommissariat auf Fortschritte nach der Europawahl. „Jeder weitere Tag, der verstreicht, kostet die Leben von
Rettung auf dem Mittelmeer sollte Priorität haben
23. Mai 2019
Kaufbeuren – Die Allgäuer Hilfsorganisation Humedica will sich 40 Jahre nach ihrer Gründung noch stärker vor Ort in den Krisenregionen der Welt engagieren. Künftig sollen die Projekte häufiger in den
Humedica setzt verstärkt auf Projekte vor Ort
22. Mai 2019
Los Angeles – Eine der größten Unterbringungsanstalten für Migranten an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ist wegen eines Krankheitsausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. Wie die
US-Grenzanstalt für Migranten wegen Krankheitsausbruchs unter Quarantäne
21. Mai 2019
Berlin – Wenige Tage vor der Europawahl hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Bedeutung von Entwicklungshilfe im Kampf gegen den Klimawandel betont. „Die Entwicklungsländer tragen die
Entwicklungshilfe nützt Klimaschutz
20. Mai 2019
Rom/Berlin – Vier Tage nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch haben die italienischen Behörden deren Schiff beschlagnahmt und die Migranten an Land
Italien beschlagnahmt Schiff von Hilfsorganisation Sea Watch
17. Mai 2019
Berlin/Tschad – Während in Deutschland über eine Impfpflicht gegen Masern diskutiert wird, kämpfen die Menschen im Tschad seit einem Jahr gegen eine Epidemie der Infektionskrankheit. Wie die
Mehr als 100 Tote bei Masernepidemie im Tschad
15. Mai 2019
München – Medizinisches Personal und Gesundheitseinrichtungen wurden im vergangenen Jahr in Krisengebieten mindestens 973 Mal angegriffen. Das ist das Resultat einer internationalen Studie des
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER