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Medizin

Was Placebos im Gehirn auslösen

Dienstag, 21. August 2018

/Syda Productions, stockadobecom

Duisburg-Essen – Die Einnahme von Placebos zur Schmerzreduktion verändert die Schmerzleitung im Gehirn. Allerdings ist dieser Effekt sehr klein und reicht nicht aus, um das Ausmaß des schmerzlindernden Effektes zu erklären. Das berichten Wissenschaftler um Ulrike Bingel von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen in JAMA Neurology (2018; doi: 10.1001/jamaneurol.2018.2017). 

Für ihre Studie analysierten die Forscher in einer Metaanalyse rund 600 MRT-Bilder, um zu verstehen, mit welchen Mechanismen Scheinarzneimittel den Schmerz reduzieren. Sie analysierten dabei die NPS-Signatur.

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Placebobehandlungen zeigten in 17 von 20 Studien (85 %) und in der kombinierten Stichprobe signifikante Verhaltensresultate. Allerdings waren die Placeboeffekte auf die NPS-Antwort in nur 3 von 20 Studien (15 %) signifikant und in der kombinierten Stichprobe sehr gering.

„Die sehr geringen Auswirkungen auf NPS, eine validierte Maßnahme, die das Niveau der nozizeptiven Schmerzen verfolgt, deuten darauf hin, dass Placebobehandlungen den Schmerz über Gehirnmechanismen beeinflussen, die weitgehend unabhängig von den Auswirkungen auf die Bottom-up-nozizeptive Verarbeitung sind“, berichten die Autoren.

Es müssten zur Erklärung des analgetischen Effekts von Placebos deshalb auch die Gehirnnetzwerke betrachtet werden, die an der kognitiven und emotionalen Schmerzverarbeitung beteiligt sind, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. 

Sie weisen aber darauf hin, dass bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz­tomografie helfen können, den Placeboeffekt von den Effekten pharmakologischer Substanzen abzugrenzen. © hil/aerzteblatt.de

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