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Online-Reflexions­hilfe soll Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen unterstützen

Dienstag, 21. August 2018

/zinkevych, stockadobecom

Köln – Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen stellen sich im Berufsleben oft die Frage, ob und wie sie Kollegen oder Vorgesetzten von ihrer Erkrankung erzählen sollen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert jetzt ein Projekt namens „Sag ich’s? Chronisch krank im Job“ unter Leitung der Uniklinik Köln.

Der Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln will im Rahmen der 30-monatigen Förderung gemeinsam mit dem Unternehmen AbbVie, der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG Selbsthilfe) und dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) eine interaktive Online-Reflexionshilfe zu der Problematik erstellen. 

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Laut den Projektpartnern sehen viele chronisch Erkrankte aus Angst vor Diskriminierung davon ab, ihre Erkrankung am Arbeitsplatz zu offenbaren. „Der Schritt zu einer persönlichen Beratung in Selbsthilfeorganisationen oder durch den Betriebsarzt ist ebenfalls eine hohe Hürde“, erklärte VDBW-Präsident Wolfgang Panter. Ein offener Umgang mit der Krankheit könne aber zahlreiche Vorteile haben, beispielsweise die Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte oder die Erleichterung, die Erkrankung nicht mehr verstecken zu müssen, betonte er. 

In einer Pilotstudie mit 250 Arbeitnehmern mit chronischen Erkrankungen konnten die Projektpartner erste Erkenntnisse gewinnen. „Die Vermutung, dass das Klima beziehungsweise die Kultur am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle dafür spielen, ob ein offener Umgang positive Konsequenzen für die Betroffenen hat, wird durch die Studie empirisch bestätigt“, erläuterte Martin Danner, Geschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

Die interaktive Reflexionshilfe soll keine Patentlösungen anbieten, sondern Feedback zur individuellen Situation geben und dabei helfen, die Konsequenzen der eigenen Entscheidung besser einzuschätzen. „Wir arbeiten mit einer Mischung aus Erklärvideos und Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen“, sagte Mathilde Niehaus, Leiterin des Lehrstuhls für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. „Damit wollen wir chronisch Erkrankte darin unterstützen, für sich die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Und dabei bleibt natürlich alles anonym.“ 

Die Projektpartner wollen in den Entwicklungsprozess Betriebsärzte, Selbsthilfe­organisationen, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen einbeziehen. © hil/aerzteblatt.de

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