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Max-Planck-Institut schafft Therapieangebot für Erwachsene mit selbstverletzendem Verhalten

Mittwoch, 22. August 2018

/dpa

München – Therapieangebote für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten wie dem Ritzen an den Unterarmen richten sich meist an junge Betroffene. Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) hat nun einen Schwerpunkt in Deutschland speziell für Erwachsene eröffnet.

Selbstverletzendes Verhalten ist laut dem Institut meist ein Symptom einer stressbedingten psychischen Erkrankung. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung, aber auch eine Posttraumatische Belastungsstörung, Essstörungen oder eine Depression können bei Patienten das Verlangen auslösen, sich am eigenen Körper zu verletzen. Betroffene schneiden oder ritzen sich, verbrühen sich absichtlich, beißen oder schlagen sich. Es geht ihnen dabei um die Verletzung selbst, sie wollen sich bewusst Schmerz zufügen.

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„Sich an den Unterarmen ritzen, das ist am ehesten bekannt von Pubertierenden und Borderline-Patienten. Doch auch andere psychische Erkrankungen gehen mit diesem Verhalten einher, auch bei Erwachsenen und bei Männern gibt es dieses Muster“, hieß es aus dem Institut. Häufig beginne die Störung im Kindes- und Jugendalter. Werde sie nicht behandelt, litten Betroffene oft Jahre oder Jahrzehnte lang.

Das Verhalten lässt sich laut MPI aber in der Regel verringern, meistens mit einer kombinierten Behandlung aus Medikamenten und Psychotherapie. „Wir wenden verschiedene diagnostische, medikamentöse und psychotherapeutische Ansätze an, sie wurden überwiegend in unserer Klinik entwickelt“, erläuterte Martin Keck, Chefarzt und Direktor der Klinik am MPI.

Bevor Patienten stationär am MPI in München aufgenommen werden, sollen sie zwei Wochen lang ein Selbstverletzungstagebuch führen. So ließen sich bereits erste Muster erkennen. „Wichtig ist uns die Psychoedukation. Je besser Patienten verstehen, warum sie sich selbst verletzen und was das mit ihrer Grunderkrankung zu tun hat, desto besser können wir gemeinsam mit ihnen die Therapie gestalten“, erläuterte der zuständige Oberarzt Bastian Wollweber. © hil/aerzteblatt.de

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