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Jugendämter nahmen 61.400 Kinder und Jugendliche vorübergehend in Obhut

Mittwoch, 22. August 2018

/Jamie Wilson, stockadobecom

Wiesbaden – Deutsche Jugendämter haben im vergangenen Jahr rund 61.400 Kinder und Jugendliche zu deren Schutz vorübergehend in Obhut genommen. Das teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Bei Kindern unter 14 Jahren war eine Überforderung der Eltern der häufigste Grund, bei Jugendlichen bis 18 Jahren die unbegleitete Einreise.

Jugendämter nehmen Minderjährige in akuten Krisensituationen in Obhut, bis eine Lösung für das Problem gefunden wurde. Dies kann auch eine vorübergehende Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie sein. Mehr als die Hälfte der Inobhutnahmen endete nach spätestens zwei Wochen. Ein Vergleich mit Vorjahreszahlen ist laut Statistischem Bundesamt schwierig, da sich die Gesetzeslage zum Umgang mit unbegleitet eingereisten Minderjährigen änderte.

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Etwa ein Drittel oder rund 20.000 der Betroffenen waren Kinder. Bei ihnen war in 49 Prozent der Fälle Überforderung der Eltern der Grund für die Inobhutnahme, der Schutz vor Vernachlässigung in 21 Prozent und der Schutz vor Misshandlung in weiteren 14 Prozent.

Zwei Drittel oder rund 41.000 waren Jugendliche. 51 Prozent von ihnen wurden nach Angaben der Statistiker wegen einer unbegleiteten Einreise in Obhut genommen, Überforderung der Eltern war in 18 Prozent der Fälle der Grund, in acht Prozent waren es allgemeine Beziehungsprobleme.

Von den Kindern kehrten 43 Prozent nach Ende der Inobhutnahme wieder zu ihren Erziehungsberechtigten zurück, 32 Prozent kamen danach in ein Heim oder eine Pflegefamilie. Bei den Jugendlichen kehrten 19 Prozent zu den Sorgeberechtigten zurück, 26 Prozent gingen in ein Heim, eine Pflegefamilie oder betreute Wohnformen.

Auch andere stationäre Hilfen etwa in Jugendpsychiatrien oder Krankenhäusern wurden in 20 Prozent der Fälle in Anspruch genommen. © afp/aerzteblatt.de

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