NewsVermischtesComputerspielsucht ist auch Problem in Betrieben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Computerspielsucht ist auch Problem in Betrieben

Freitag, 24. August 2018

/Gorodenkoff, stockadobecom

Hamburg/München – Die Computerspielsucht beschäftigt zunehmend auch die Personalabteilungen der Betriebe in Deutschland. Das geht aus einer Onlinebefragung durch die Technische Universität (TU) München hervor.

„Rund zwei Millionen Deutsche, fast alle im arbeitsfähigen Alter, sind gefährdet“, sagte Volker Nürnberg von der TU München. Er hat die Unternehmensbefragung zur Internet- und Spielsucht im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführt.

Anzeige

„Es ist für die Unternehmen ein massives Problem, aber ein Tabuthema“, so der Experte. Eine solche Sucht beeinträchtige nicht nur das Privatleben, sondern auch die Arbeit. Betroffene Mitarbeiter hätten mehr Fehlzeiten und Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration.

An der Befragung nahmen 108 Unternehmen teil. In 56,5 Prozent der Unternehmen ist Internet- und Spielsucht bereits ein Thema und in 58,3 Prozent der befragten Firmen treten Auffälligkeiten unter Mitarbeitern auf. Präventionsmaßnahmen bieten aber lediglich 24,1 Prozent der Unternehmen an. 72,2 Prozent der Umfrageteilnehmer würden eine Präventions-App in ihrem Unternehmen begrüßen und den Mitarbeitern zur Verfügung stellen. 

Die DAK will daher jetzt mit einem Computerspiel für mehr Medienkompetenz bei Auszubildenden und jungen Arbeitnehmern sorgen. Diese können es sich als App auf ihr Smartphone installieren.

„Mit Verboten und erhobenem Zeigefinger erreicht man wenig. Wir leisten Prävention auf Augenhöhe und holen junge Menschen im Umfeld ihrer Ausbildung wirklich ab“, erklärte Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

Unter dem Namen „Die Retter der Zukunft“ bietet die App spielerische Elemente. Erziehungsbotschaften werden über Spielhandlung, Dialoge und Spielentscheidungen transportiert. Darüber hinaus erspielen sich die Nutzer kurze Infotexte, die am Ende eine digitale Broschüre für mehr Medienkompetenz ergeben. Die Spielkonzeption stammt von der Firma „straightlabs“ aus Bayern, die auf virtuelle Lernspiele spezialisiert ist.

„Wir sehen in unserer Sprechstunde immer mehr Betroffene mit Internetsüchten und Computerspielabhängigkeit“, sagte auch der Leiter der Medienambulanz der Bochumer LWL-Universitätsklinik, Jan Dieris-Hirche, zum Auftakt der Computerspielmesse Gamescom in Köln. Er wies darauf hin, dass die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die „Online Gaming Disorder“ im Juni 2018 offiziell als Verhaltensstörung anerkannt hat. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Januar 2019
Kiel – Ob Quarz, Asbest oder Holzstaub – Arbeiter in Schleswig-Holstein sollen besser vor krebserregenden Stoffen geschützt werden. Im Rahmen der Aktion „Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz“ will das
Schleswig-Holstein kämpft gegen Krebs am Arbeitsplatz
3. Januar 2019
Stuttgart – Psychische Belastungen am Arbeitsplatz fallen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung oft durchs Raster. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Dekra unter rund 300
Psychische Belastung fällt bei Gefährdungsbeurteilung oft unter den Tisch
27. Dezember 2018
London – Programme zu mehr psychischer Stabilität am Arbeitsplatz, sogenannte Resilienzprogramme, sind möglicherweise völlig nutzlos. Das meinen die Autoren einer neuen Studie, die jetzt in
Resilienzprogramme am Arbeitsplatz möglicherweise nutzlos
13. Dezember 2018
Berlin – Eine neue Kampagne soll Eltern und Kinder dazu anhalten, ein besseres Verständnis für die Nutzung von Medien zu entwickeln und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. Unter dem Titel „Leben
Drogenbeauftragte und Kinderärzte geben Tipps für Medienkonsum
11. Dezember 2018
Brüssel – Die Europäer sollen künftig an Arbeitsplätzen in der Chemieindustrie, der Autobranche oder im Bergbau besser vor Krebs geschützt werden. Das EU-Parlament stimmte heute mit großer Mehrheit
EU-Parlament führt Grenzwerte für weitere krebsverdächtige Stoffe ein
4. Dezember 2018
Düsseldorf – Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle von Beschäftigten in Berufen aus Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ist zwischen 2007 und 2017 von 74.321 auf 111.432
Mehr Arbeits- und Wegeunfälle in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
4. Dezember 2018
München – Zehn Jahre nachdem erste Betriebe eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit eingerichtet haben, hat sich dieses Versorgungsangebot laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER