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Ärzteschaft

Kollegen von erstochenem Arzt sind aufgewühlt und bestürzt

Donnerstag, 23. August 2018

Bei einem Trauermarsch hatten am Mittwoch mehrere Hundert Teilnehmer in Offenburg des Getöteten gedacht. /dpa

Offenburg – Nach der Tötung eines Arztes in Offenburg vor einer Woche erreichen die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg zahlreiche Anrufe und Zuschriften besorgter Mediziner. „Die Ärzteschaft ist aufgewühlt, zutiefst erschrocken und bestürzt“, sagte der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Ulrich Clever. Die Kollegen in Offenburg seien sehr engagiert, die Familie des Getöteten zu unterstützen und dessen Patienten zu versorgen.

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Am vergangenen Donnerstag war ein 51 Jahre alter Arzt in seiner Offenburger Praxis erstochen worden. Die Polizei verhaftete kurz darauf einen 26 Jahre alten Asylbewerber aus Somalia, der nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Das Motiv der Tat war unklar, der Verdächtige hat sich nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Mediziner diskutierten derzeit, mit welchen Vorkehrungen sich derartige Angriffe vermeiden ließen, heißt es aus der Lan­des­ärz­te­kam­mer. „Dass auch Praxen, Notfallpraxen und Kliniken sich für Notfälle mit Gewaltpotenzial in Übungen und Ablaufszenarien vorbereiten, ist jetzt natürlich in aller Munde und sicherlich sinnvoll“, sagte Clever.

Ob Ärzte sich in Folge der Tat nun verstärkt aus der Flüchtlingshilfe zurückziehen, sei unklar, sagte Clever. Das Gefühl der Ärzte bewege sich zwischen Angst vor ähnlichen Angriffen und „jetzt erst recht“. Generell seien medizinische Berufe helfende Berufe, und die Bereitschaft, Flüchtlingen zu helfen, seit Jahren sehr hoch. © dpa/aerzteblatt.de

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