NewsÄrzteschaftKardiologen regen mehr Prävention gegen Herz-Kreislauf-Er­krankungen an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kardiologen regen mehr Prävention gegen Herz-Kreislauf-Er­krankungen an

Donnerstag, 23. August 2018

/dpa

München – Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat mehr Prävention angemahnt, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. „Wir stehen vor einem interessanten Phänomen: Die Diagnose- und Behandlungsmethoden werden immer besser, die Versorgung in Deutschland hat ein sehr hohes Niveau, und die Herz-Medizin trägt wie wohl kein anderes Fach der Medizin zur immer längeren Lebenserwartung bei. Trotz alledem stehen wir jetzt möglicher Weise vor oder inmitten einer Trendwende“, sagte Udo Sechtem, lokaler Pressekoordinator des ESC-Kongresses, der am 25. August in München beginnt.

So gab es 2016 in Deutschland bei den meisten im „Herzbericht 2017“ berück­sichtigten Krankheiten keinen Rückgang, sondern teils deutliche Anstiege gegenüber 2015. Auch die Sterbeziffer ist bei den im Herzbericht erfassten Krankheiten zwischen 2014 und 2015 wieder gestiegen: Von 256,1 pro 100.000 Einwohner auf 269,6.

Anzeige

„Ein Grund kann sein, dass Übergewicht, Bewegungsarmut, Rauchen und Stress manchen Benefit der Herz-Medizin wieder neutralisieren“, so Sechtem. Außerdem erfassten viele Menschen ihre Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte nicht, womit Risikofaktoren unentdeckt blieben.

„Erforderlich ist deshalb ein möglichst lückenloses Screening – damit die Leistungen der modernen Herzmedizin auch bei möglichst vielen Menschen ankommen, die davon profitieren können. Jeder Mensch sollte seine Werte kennen und regelmäßig messen lassen“, betonte der Kardiologe.

„Angesichts eines weit verbreiteten ungesunden Lebensstils und unbehandelter Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhten Cholesterinwerten, Diabetes und Bluthochdruck ist es umso wichtiger, über das Thema Herzgesundheit bestmöglich zu informieren“, sagte Ellen Hoffmann, Chefärztin der Kardiologie im Herzzentrum des Klinikums Bogenhausen im Vorfeld des Kongresses.

Die ESC weist aber auch auf die Erfolge der Therapie hin: „Im Vergleich zum Beginn der 1990er-Jahre reduzierte sich bis zum Jahr 2015 die Herzinfarkt-Sterbeziffer bei Männern um fast 68 Prozent und bei Frauen um mehr als 57 Prozent“, erläutert Andreas Zeiher, künftiger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. 1990 verstarben in Deutschland noch 85.625 Menschen an einem Herzinfarkt, 2015 waren es 49.210 „– und das bei einer stark anwachsenden und älter werdenden Gesellschaft“, so der Kardiologe vom Universitätsklinikum Frankfurt. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. September 2018
Hamburg – Bei Rauchern wird ein bestimmtes Gen für einen Rezeptor, der an Entzündungen und der Neubildung von Blutgefäßen beteiligt ist, häufiger abgelesen als bei Nichtrauchern. Dieses molekulare
Rauchen verändert die Genaktivität eines Rezeptors
20. September 2018
Hannover – Hepatozyten vermitteln eine entscheidende Abwehrreaktion gegen Coxsackieviren. Diese sind in Europa und den USA häufige Auslöser für Herzmuskelentzündungen. Entsprechende Ergebnisse haben
Leberzellen wehren Herzmuskelentzündungen ab
11. September 2018
München/Berlin – Körperscanner, wie sie beispielsweise an Flughäfen eingesetzt werden, stellen für Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren keine Gefahr dar. Das ergaben Untersuchungen von
Sicherheitsscanner keine Gefahr für Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren
5. September 2018
Mainz – Das „Centrum für Thrombose und Hämostase“ (CTH) der Universitätsmedizin Mainz koordiniert ein neues Netzwerk namens „TICARDIO – Thrombo-Inflammation in Cardiovascular Disease“. Es dient der
Universitätsmedizin Mainz koordiniert internationales Netzwerk zur Herz-Kreislauf-Forschung
4. September 2018
Bern – Kinder, die mittels In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugt wurden, wiesen in einer Beobachtungsstudie bereits als Jugendliche Funktionsstörungen der Arterien auf, die langfristig das
IVF-Kinder erkranken häufiger an Hypertonie
4. September 2018
München/Köln – Frauen mit einer Herzerkrankung erhalten im Rahmen der Sekundärprävention noch immer weniger evidenzbasierte Arzneimittel als Männer. Das berichteten Wissenschaftler um Bernd Hagen vom
Frauen mit Herzerkrankungen erhalten noch immer weniger Medikamente als Männer
3. September 2018
München /Atlanta – Das Paradigma vom „guten HDL“ zweifeln Wissenschaftler um Marc Allard-Ratick von der Emory University School of Medicine, Atlanta, an. Entsprechende Ergebnisse haben sie jetzt auf
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER