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Medizin

Studie: Feinstaub verkürzt Lebenszeit der Weltbevölkerung um ein Jahr

Freitag, 24. August 2018

/Kzenon, stockadobecom

Austin/Texas – Die Luftverschmutzung und insbesondere die Feinstaubexposition hat nach Berechnungen in Environmental Science and Technology Letters (2018; doi: 10.1021/acs.estlett.8b00360) eine größere Auswirkung auf die Lebenserwartung als Lungen- und Brustkrebs zusammengenommen.

Etwa 95 % der Weltbevölkerung leben in Regionen, in denen die Feinstaub­konzen­tration (PM 2,5) den Grenzwert der WHO von 10 µg/m3 überschreitet. Die Exposition führt nur selten zu akuten Symptomen, Feinstaub erhöht jedoch das Risiko auf Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass die Bevölkerung in US-Regionen mit einer geringen Feinstaubbelastung eine höhere Lebenserwartung hat.

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Joshua Apte von der Cockrell School of Engineering der Universität von Texas in Austin hat jetzt eine globale Schätzung vorgenommen. Sie beruht auf den Ergebnissen der „Global Burden of Disease“-Studie, die unter anderem die Auswirkungen von Feinstaub auf die Mortalität quantifiziert hat. Apte setzte die Ergebnisse mit Messungen zur Feinstaubbelastung in 185 Ländern in Beziehung.

Ergebnis: Global gesehen verkürzt die Feinstaubbelastung die Lebenserwartung um 1,03 Jahre. Das ist weniger als durch ungesunde Ernährung (2,67 Jahre), Rauchen (1,82 Jahre) oder Krebserkrankungen (2,37 Jahre) verloren gehen. Der Einfluss auf die globale Lebenserwartung ist jedoch größer als der von Lungenkrebs (0,41 Jahre) und Brustkrebs (0,14 Jahre) zusammen.

Die Verkürzung der Lebenserwartung durch Feinstaub ist in Afrika, dem Nahen Osten und in Südasien am größten: In Bangladesh gehen im Durchschnitt 1,87 Jahre, in Ägypten 1,85 Jahre verloren. Es folgen Pakistan (1,56 Jahre), Indien (1,53 Jahre), Saudi-Arabien (1,48 Jahre), Nigeria (1,28 Jahre) und China (1,25 Jahre).

In Europa und Nordamerika, wo die Luft – trotz der Überschreitung der Grenzwerte – beträchtlich sauberer ist, verkürzt die Feinstaubexposition die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung nur um wenige Monate. Für die USA ermittelt Apte einen Rückgang um 0,35 Jahre. Für Europa oder Deutschland enthält die Publikation keine Zahlen. © rme/aerzteblatt.de

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