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Medizin

Diabetische Neuropathie: Zytokine greifen Nervenzellen an

Freitag, 24. August 2018

/dpa

Düsseldorf – Die Polyneuropathie, unter der viele Diabetiker leiden, könnte Folge einer Immunattacke auf die Nervenfasern sein. Hierauf deuten Studienergebnisse in Diabetes (2018; doi: 10.2337/db18-0060) hin.

Über die Pathogenese der distalen sensorischen Polyneuropathie (DSPN), die die Patienten durch Kribbeln, Brennen und Taubheitsgefühle quält, und die wegen der fehlenden Alarmreaktion die Entwicklung von Fußulzera fördert, ist wenig bekannt. Es bestand jedoch die Vermutung, dass Entzündungsprozesse, die auch an anderen diabetischen Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall beteiligt sind, eine Rolle spielen könnten.

Ein Team um Christian Herder vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf hat deshalb die Serumkonzentrationen von 71 Substanzen bei 127 Teilnehmern der KORA-Studie bestimmt, die im Verlauf von sechseinhalb Jahren neu an einer DSPN erkrankt waren. Die Vergleichsgruppe bildeten 386 Studienteilnehmer ohne DSPN.

Ergebnis: Die Serumspiegel von 26 der 71 Biomarker waren bei den Patienten mit DSPN erhöht. Nach statistischer Berücksichtigung anderer Begleitfaktoren blieben sechs Biomarker übrig, die ein erhöhtes DSPN-Risiko anzeigten. Drei dieser Proteine (MCP-3/CCL7, MIG/CXCL9, IP-10/CXCL10) waren Chemokine, während die anderen drei (DNER, CD40, TNFRSF9) lösliche Formen von Transmembranrezeptoren waren. 

Die Chemokine zeigten anschließend in einem Zellkultur-Modell eine neurotoxische Wirkung. Sie könnten also an einem Angriff auf die sensorischen Nervenzellen beteiligt sein. Weiterführende Pathway-Analysen wiesen darauf hin, dass wahrscheinlich verschiedene Zelltypen der angeborenen und der adaptiven Immunität an der Entwicklung von DSPN beteiligt sind. 

Die Ergebnisse werfen nicht nur ein neues Licht auf die Pathogenese der DSPN. Die Kenntnis der beteiligten Biomarker und des Immunsystems könnten auch Ansatzpunkte für die Behandlung der DSPN liefern, für die es derzeit kaum wirksame Therapien gibt. © rme/aerzteblatt.de

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