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Ärzteschaft

Bundesärztekammer pocht auf mehr Schutz für Ärzte und Helfer

Freitag, 24. August 2018

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Arzt in Offenburg war die Anteilnahme der Bevölkerung groß. /dpa

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) pocht auf einen besseren Schutz für Ärzte und Helfer vor Gewalt. In einer Resolution, die der Vorstand heute verabschiedete, heißt es, Gewalt gegen Ärzte sei „gesamtgesellschaftlich zu ächten“. „Ärztinnen und Ärzte sind Retter und Helfer. Sie verdienen für ihre Arbeit Respekt, Unterstützung und vor allem Schutz vor jeglicher Form verbaler und körperlicher Gewalt“, hieß es weiter.

Jeder Einzelne sei gefordert, jeglicher Form von verbaler oder körperlicher Gewalt in Praxen, Rettungsambulanzen oder im öffentlichen Raum, soweit es die Situation und die eigene Sicherheit zulasse, entgegenzutreten. Ärzte würden sich tagtäglich für das Wohl ihrer Patienten einsetzen. Sie seien auf die Solidarität aller Bürger angewiesen, um ihr eigenes Wohl zu schützen, heißt es weiter.

Darüber hinaus forderte die BÄK, dass der Gewalt gegen Ärzte vorzubeugen ist. „Gewaltprävention fängt bereits damit an, dass der Arbeit von Ärzten die Anerkennung entgegengebracht wird, die sie verdient“, heißt es in der Resolution. Aufklärungs­kampagnen müssten verdeutlichen, dass die Sicherheit von Ärzten und anderen Angehörigen von Gesundheitsberufen unverzichtbare Voraussetzung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sei.

Hintergrund der Resolution ist eine tödliche Messerattacke auf einen Arzt in Offenburg in der vergangenen Woche. Bei dem Angriff wurde auch eine Praxismitarbeiterin verletzt. Der 26-jährige aus Somalia stammende Tatverdächtige sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Die Bundesärztekammer betonte heute, die Bluttat von Offenburg sei der „vorläufige traurige Höhepunkt einer Reihe von Angriffen auf Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe in den letzten Monaten und Jahren – sei es in Praxen, bei Hausbesuchen, bei Rettungseinsätzen oder in den Notfallambulanzen“.

Erst im Mai hatten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und NAV-Virchow-Bund Zahlen zur alltäglichen Gewalt in Praxen vorgelegt. Demnach gibt es umgerechnet 75 gewalttätige Vorfälle am Tag. „Hier spiegeln sich Entwicklungen in unserer Gesellschaft wider: fehlender Respekt und ein hemmungsloser Egoismus“, sagte damals KBV-Chef Andreas Gassen.

Für die Entwicklung macht Gassen einzelne Politiker und Krankenkassenvertreter mitverantwortlich. Wer ständig einen kompletten Berufsstand herabwürdige, brauche sich nicht zu wundern und Krokodilstränen zu weinen, wenn dies dann schließlich zur Gewalt in Praxen führe, sagte er. KBV und NAV-Virchowbund forderten die Politik auf, die ambulant und stationär tätigen Ärzte in den Straftatbestand „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB)“ mit aufzunehmen.

Das 52. Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften ist am 30. Mai vergangenen Jahres in Kraft getreten. Durch die jüngste Änderung des Gesetzes Ende April haben tätliche Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter ein höheres Strafmaß erhalten. Ärzte und ihr medizinisches Personal wurden dabei nicht berücksichtigt. © may/aerzteblatt.de

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