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Netzwerk Evidenzbasierte Medizin fordert Durchsicht des GKV-Leistungs­katalogs

Donnerstag, 30. August 2018

/dpa

Berlin – Der Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sollte kritisch gesichtet und jene Leistungen ausgeschlossen werden, die erwiesenermaßen nicht evidenzbasiert sind. Außerdem sollten individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus den regulären Sprechstundenzeiten ausgegliedert werden, weil auch sie ärztliche Kapazitäten binden. Das fordert das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk).

„Notwendige Ressourcen sollten auch durch eine Reduktion von Überversorgung durch nicht evidenzbasierte Maßnahmen geschaffen werden“, kommentierte das Netzwerk den Referentenentwurf zum geplanten „Terminservice und Versorgungsgesetz“ (TSVG). Grundsätzlich sei dieser Entwurf zu begrüßen. Es irritiere jedoch, dass zur Erreichung dieser Zielsetzungen nicht die naheliegenden Schritte zur effizienteren Nutzung vorhandener Ärztekapazität, sondern ausschließlich Erweiterungen des Leistungsangebotes durch Umstrukturierungen, Erhöhung von Kapazitäten und zusätz­liche Vergütungen geplant sind“, so das EbM-Netzwerk.

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„Zu den nicht evidenzbasierten GKV-Leistungen gehört beispielsweise das Hautkrebs­screening: Es gibt keine Evidenz, dass ein flächendeckendes Hautkrebsscreening mehr Nutzen als Schaden einbringt“, teilte das Netzwerk dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage mit. Kritisch sieht das Netzwerk auch den Gesundheits-Check-up für Personen ab 35 Jahre: „Es gibt keine Evidenz, dass generelle Gesundheitsuntersuchungen zur Verringerung von Morbidität und Mortalität führen“, so das Netzwerk.

Ein weiteres Beispiel sei das zytologische Screening auf Zervixkarzinom in jährlichen Abständen: „Die wissenschaftliche Evidenz belegt den Nutzen eines Screenings in dreijährigen Abständen, nicht in jährlichen Abständen“, sagte das Netzwerk dem Deutschen Ärzteblatt.

Das EbM-Netzwerk hatte sich im März dieses Jahres bereits mit einem Offenen Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gewandt und mehr Evidenzbasierung bei der Gestaltung der Versorgung gefordert. © hil/aerzteblatt.de

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