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Tropische Zecke in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

Dienstag, 28. August 2018

Hyalomma rufipes /LUA

Mainz – Nach Funden in Niedersachsen und Hessen ist nun auch in Rheinland-Pfalz eine tropische Zecke der Gattung „Hyalomma“ nachgewiesen worden. Der Parasit war in der Pfalz von einem Pferd entfernt und ans Landesuntersuchungsamt (LUA) geschickt worden, teilte die Behörde heute mit. Fachleute der Universität Hohenheim haben demnach die Vermutung des LUA bestätigt, dass es sich um ein Exemplar der Spezies Hyalomma rufipes handelt.

Zecken der Gattung Hyalomma sind laut LUA ursprünglich in den trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet, wo sie sowohl große Tiere als auch den Menschen befallen. Die Tiere gelten als Überträger verschiedener in Deutschland nicht heimischer Infektionskrankheiten, unter anderem des afrikanischen Zeckenbissfiebers und des Krim-Kongofiebers.

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Das Krim-Kongofieber ist eine Virusinfektion mit hoher Sterblichkeit. Bei den Erkrankten treten Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Appetitlosigkeit, gelegentlich auch Erbrechen, Durchfall und Oberbauchschmerzen auf.

Nach wenigen Tagen kann sich ein bedrohliches Krankheitsbild entwickeln, dass durch  Leberversagen sowie massive Haut- und Darmblutungen gekennzeichnet ist, erläutert das LUA. Eine frühe Behandlung mit virenhemmenden Mitteln könne den Krankheitsverlauf mildern, eine zugelassene Impfung gebe es aber derzeit nicht.

Beim afrikanischen Zeckenbissfieber handelt es sich der Behörde zufolge um eine meist mild verlaufende Infektion durch Bakterien. Bei der Mehrzahl der Betroffenen entsteht an der Stelle des Zeckenstichs eine schwarze Hautnekrose sowie eine Vergrößerung der lokalen Lymphknoten. Sie klagen über Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und mitunter kann ein Hautausschlag beobachtet werden.

Meist heilt die Erkrankung nach zehn bis 14 Tagen spontan und folgenlos aus. Schwere Verläufe, selten auch mit Todesfolge, werden bei Personen mit Vorerkrankungen beobachtet. Wird Zeckenstichfieber diagnostiziert, sollte es zur Sicherheit antibiotisch behandelt werden, rät das LUA.

Mitte August hatte die Universität Hohenheim bereits über mehrere Hyalomma-Nachweise in Deutschland berichtet. Demnach tragen insbesondere Zugvögel zu ihrer Weiterverbreitung bei. Ob die Zeckenart hierzulande bereits heimisch ist, sei noch nicht abschließend geklärt.

Hyalomma rufipes hat auffällig gestreifte Beine und ist deutlich größer als der in Mitteleuropa verbreitete Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zeckenart ist bereits als Überträger der in Einzelfällen lebensbedrohlichen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und der Lyme-Borreliose bekannt.

© may/aerzteblatt.de

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