NewsVermischtesMutterschaft verändert mentales Wohlbefinden vieler Frauen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Mutterschaft verändert mentales Wohlbefinden vieler Frauen

Mittwoch, 29. August 2018

/Paolese, stockadobecom

Berlin – In den Jahren nach einer Geburt verändert sich das mentale Wohlbefinden vieler Frauen. Annähernd jede Dritte (29,5 Prozent) der befragten Frauen erlebte in den ersten sieben Jahren der Mutterschaft eine „substanzielle Verschlechterung“, wie aus einer heute veröffentlichten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Die Forscher stellten demnach aber auch den umgekehrten Effekt fest: Rund jede fünfte Frau (19 Prozent), die Mutter geworden war, fühlte sich in den Jahren danach deutlich besser.

Abgefragt wurde etwa, wie oft Frauen sich wegen seelischer Probleme zurückzogen, wie oft sie sich niedergeschlagen oder ausgeglichen fühlten und wie häufig sie voller Energie waren. Die Effekte gingen über normale Schwankungen von Jahr zu Jahr hinaus, erklärte DIW-Wissenschaftler Marco Giesselmann. Die Ergebnisse ließen sich auch nicht allein durch das Altern erklären: In einer Vergleichsgruppe kinderloser Frauen verschlechterte sich das Wohlbefinden zwar ebenfalls, allerdings weniger ausgeprägt.

Anzeige

Wie die Studie weiter zeigt, trat die Verschlechterung bei betroffenen Frauen insbesondere in den Jahren vier bis sieben nach der Geburt auf. „Wir erklären uns das so, dass das Leitbild der erwerbstätigen Mutter insbesondere in dieser Phase drängend wird und dass es in dieser Phase zu einem Spannungsverhältnis und den gesundheitsbezogenen Beeinträchtigungen kommt“, erklärte Giesselmann. Aus Sicht des DIW könnten ein Ausbau der Kinderbetreuung und eine Abschaffung des Ehegattensplittings Mütter potenziell entlasten.

Die Untersuchung basiert auf Daten des Soziooekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2002 bis 2016. Haushalte in Deutschland machen dafür etwa Angaben zu Einkommen, Bildung und Gesundheit – derzeit sind es laut DIW 15.000. Anstoß war die Debatte von 2015 über das Tabuthema, Mutterschaft zu bereuen („regretting motherhood“).

© dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. September 2018
Kopenhagen – Ein hoher Glutengehalt der Nahrung von Frauen während der Schwangerschaft war in einer prospektiven Kohortenstudie mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko des Kindes an einem Typ-1-Diabetes
Glutenhaltige Kost in der Schwangerschaft könnte Typ-1-Diabetes beim Kind fördern
19. September 2018
Ottowa/Kanada – Die Hoffnung, dass eine hochdosierte Behandlung mit Folsäure in der Schwangerschaft einer Präeklampsie vorbeugen kann, hat sich in einer internationalen randomisierten Studie nicht
Folsäure kann Präeklampsie in internationaler Studie nicht verhindern
19. September 2018
Gilching – Der Hebammenmangel in Deutschland trifft inzwischen jede fünfte Frau. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts SKOPOS. Demnach suchen 20 Prozent der schwangeren
Jede fünfte Mutter verzichtet im Wochenbett auf Nachsorgehebamme
19. September 2018
Luxemburg – Die Arbeitnehmerrechte von schwangeren und stillenden Frauen sind durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gestärkt worden. Um besonderen Schutz in Hinsicht auf Nachtarbeit zu
Nachtarbeit: EuGH stärkt Rechte schwangerer und stillender Frauen
17. September 2018
Wiesbaden – Immer weniger Krankenhäuser in Deutschland führen Entbindungen durch. 2017 sind in 672 von 1.942 Kliniken Geburten begleitet worden, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden
Immer weniger Krankenhäuser führen Entbindungen durch
12. September 2018
Chicago – Ein unbehandelter Gestationsdiabetes gefährdet die Gesundheit von Mutter und Kind nicht nur während der Schwangerschaft. Eine Langzeituntersuchung im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018;
Späte Nachwehen eines unbehandelten Gestationsdiabetes treffen Mutter und Kind
11. September 2018
Hamburg – Die klinische Forschergruppe KFO 296 des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden drei Jahren insgesamt 3,7
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER