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Medizin

Darmkrebspatienten in zertifizierten Zentren besser versorgt

Donnerstag, 30. August 2018

/dpa

Dresden – Darmkrebspatienten werden in Zentren mit einem zertifizierten Qualitätsmanagement (QM) besser versorgt als in Zentren ohne eine solche Zertifizierung. Das berichten Wissenschaftler der Dresdner Hochschulmedizin. Die Arbeit ist im European Journal of Surgical Oncology erschienen (2018; doi: 10.1016/j.ejso.2018.05.013).

Für die Studie haben Mediziner und Wissenschaftler um Jochen Schmitt, Direktor am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden und der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) zusammengearbeitet.

Grundlage der Auswertung bildeten Daten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aus der ambulanten und stationären Versorgung der Jahre 2005 bis 2015 von mehr als zwei Millionen Versicherten aus Sachsen. Insgesamt wurden aus dem Gesamtkollektiv 6.186 Patienten mit neu aufgetretenem Kolonkarzinom und chirurgischer Behandlung betrachtet.

Davon wurden 2.120 Patienten in einem zertifizierten Zentrum behandelt. Die Wissenschaftler verglichen diese Patienten mit Patienten in einer nicht zertifizierten Klinik. Die Analyse fokussierte auf das Gesamtüberleben, das erkrankungsspezifische Überleben, die 30-Tage-Mortalität sowie ein mögliches Wiederauftreten des Krebses, Komplikationen und die operative Nachbehandlung.

Die Modelle zeigten positive Effekte zugunsten der zertifizierten Zentren bezüglich des Überlebens, der 30-Tage-Mortalität und der operativen Nachbehandlung. Die 30-Tage-Mortalität bei Patienten, die in nicht zertifizierten Kliniken operiert wurden, fiel fast doppelt so hoch aus, wie bei den Patienten, die sich in zertifizierten Zentren einer Therapie unterzogen.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zertifizierung mit einer höheren Behandlungsqualität und Patientensicherheit in der Versorgung des Kolonkarzinoms sowie einer besseren Prognose einhergeht“, sagte Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums.

Die Wissenschaftler wollen nun prüfen, ob die positiven Effekte der Zertifizierung auch bundesweit und für andere Arten von Krebs gelten. Das dazu aufgelegte Projekt „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #647891
Dr.Kl.sen.
am Freitag, 31. August 2018, 12:15

Dr.med. E.Klozoris

Ich habe aus eigener langjährigen Erfahrung, sowohl in der Uni als auch als CA in einem kleineren Krankenhaus eigene, andere Erfahrungen in diesem Zusammenhang gemacht. Ich würde gerner wissen über die Methode der Studie, das Vorgehen bei der Auswertung und vor allem: wie können kleine Zahlen mit größeren statistisch verglichen werden, welche statistische Formel wird hierzu verwendet und wie die Zufallsraten berücksichtigt bzw. ausgeschlossen wurden.
LNS

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