NewsAuslandInternationale Sterbehilfe­konferenz tagt erstmals in Afrika
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Internationale Sterbehilfe­konferenz tagt erstmals in Afrika

Montag, 3. September 2018

/dpa

Kapstadt – Erstmals findet der alle zwei Jahre ausgetragene Gipfel zum Thema Sterbehilfe auf afrikanischem Boden statt. Zu der Konferenz „Assisted Dying“ werden am kommenden Freitag und Samstag in Kapstadt sowohl Fürsprecher als auch Gegner des assistierten Suizids aus aller Welt erwartet. Beobachter rechnen mit regen Debatten um das kontroverse Thema.

Die Tatsache, dass Sterbehilfe zum ersten Mal im größeren Rahmen in Afrika diskutiert wird, betrachten die Veranstalter als Kehrtwende. „In Europa wurde bisher ein enormer Aufwand betrieben, um Gesetzesänderungen zu bewirken“, so der Direktor von DignitySA, Sean Davison. „Deshalb fanden wir es jetzt an der Zeit, diese Bemühungen auf den afrikanischen Kontinent zu fokussieren.“ Seine Lobbygruppe ist eine von 51 Mitgliedsorganisationen aus 26 Ländern, die sich 1980 zum Weltverband der „Right-to-Die-Societies“ (WFRtDS) zusammenschlossen.

Anzeige

Laut Davison hat Deutschland nur knapp das Bieterverfahren als Austragungsort verloren. Für Südafrika habe sich der Verband entschieden, da in dem Schwellenstaat zum Thema Sterbehilfe ein zunehmender Sinneswandel stattfinde. Erstemals in der Geschichte Südafrikas hatte ein Gericht 2015 einem unheilbar Kranken gestattet, sein Leben mit Unterstützung von Ärzten zu beenden. Nur wenige Stunden vor dem Urteil war der 65-jährige Krebspatient Robin Stransham-Ford eines natürlichen Tods gestorben. Aktuell befinden sich zwei weitere Sterbehilfefälle vor dem Verfassungsgericht in Südafrika, wo die Praxis illegal ist.

Auch für Aufsehen sorgte 2016 der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, als er die Möglichkeit von Sterbehilfe für sich selbst nicht ausschloss. „Ich bin der Abflughalle näher als der Ankunftshalle und frage mich, wie ich behandelt werden möchte, wenn die Zeit kommt“, so der emeritierte anglikanische Erzbischof aus Südafrika.

Davison sieht gravierende Unterschiede zwischen Europa und Afrika, was die Auffassung von Sterbehilfe angeht. Während die fortdauernde Diskussion in Europa eine „wissendere und besser verstehende Gesellschaft“ hervorgebracht habe, gelte das das Thema in einigen afrikanischen Kulturen weiterhin als „Tabu“. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2019
Berlin – Bei einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages sprachen sich Experten mehrheitlich dagegen aus, schwer kranken Patienten auf ihren Wunsch ein tödlich wirkendes Arzneimittel
Mediziner gegen behördliche Abgabe von Tötungsmitteln
19. Februar 2019
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer lehnt Neuregelungen ab, die Schwerkranken den Kauf von Medikamenten zur Selbsttötung ermöglichen. „Ärzte leisten Hilfe beim Sterben, aber nicht zum Sterben“, heißt es in
Ärzte gegen Verkauf von Suizidmitteln für Schwerkranke
10. Januar 2019
Straßburg – Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof nimmt einen belgischen Fall aktiver Sterbehilfe an. Die belgische Regierung habe Fragen zu dem Fall aus Straßburg erhalten, bestätigte eine
Menschengerichtshof behandelt belgischen Sterbehilfefall
13. Dezember 2018
Karlsruhe/Landshut – Eine Frau im Wachkoma, über deren Patientenverfügung jahrelang vor Gericht gestritten wurde, darf nach einer Entscheidung des XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) sterben
Wachkoma-Patientin darf sterben, Patientenverfügung laut BGH wirksam
29. November 2018
Amsterdam/Brüssel – In Belgien müssen sich drei Ärzte wegen aktiver Sterbehilfe bei einer 38-Jährigen vor Gericht verantworten. Deren Familie werfe den Ärzten vor, das psychische Leiden der Patientin
Belgische Ärzte wegen aktiver Sterbehilfe vor Gericht
9. November 2018
Den Haag – Die niederländische Justiz hat erstmals seit der Legalisierung der Sterbehilfe in dem Land vor 16 Jahren ein Verfahren gegen eine Ärztin wegen der Tötung einer Demenzpatientin eingeleitet.
Erstes Verfahren in den Niederlanden wegen Sterbehilfe
31. Oktober 2018
Brüssel – Ein französischer Arzt will in Belgien aktive Sterbehilfe für Franzosen anbieten. Der belgische Ausschuss für Bioethik habe sich skeptisch dazu geäußert, berichten flämische Medien. „Wir
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER