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Medizin

Asthma: Umwelt verstärkt Einfluss der Gene

Dienstag, 4. September 2018

/Dmitry Vereshchagin, stockadobecom

Research Triangle Park/North Carolina – Patienten mit einer genetischen Prädisposition erkranken früher und heftiger an Asthma, wenn sie in der Nähe einer vielbefahrenen Straße wohnen. Dies kam in einer Untersuchung in Scientific Reports (2018; doi: 10.1038/s41598-018-30865-0) heraus.

Das Asthma bronchiale gehört zu den Erkrankungen, die sowohl genetischen als auch Umwelteinflüssen unterliegen. Zu den genetischen Einflüssen gehören Mutationen in den Genen TLR4, CD14, TIRAP und TNFalpha. Diese Gene codieren Bestandteile des sogenannten angeborenen Abwehrsystems, das eine erste Verteidigungslinie gegen „Eindringlinge“ ist. Dies können gefährliche Krankheitserreger sein oder harmlose Substanzen wie Pollen oder andere Antigene, die bei Menschen mit Asthma bronchiale eine verstärkte Immunreaktion auslösen mit den bekannten Folgen.

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Frühere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit bestimmten Mutationen in den 4 Genen ein erhöhtes Asthmarisiko haben. Shepherd Schurman und Mitarbeiter vom National Institute of Environmental Health Science in Research Triangle Park/North Carolina haben 2.704 Teilnehmer des Environmental Polymorphisms Registry, deren Erbgut zuvor analysiert worden war, nach ihrem genetischen Asthmarisiko in 3 Gruppen eingeteilt: Etwa 14 % hatten aufgrund ihres Genstatus eine erhöhte Asthmaanfälligkeit. Schurman bezeichnet sie als Hyper-Responder. Dem standen etwa 5 % sogenannte Hypo-Responder gegenüber, die aufgrund von genetischen Varianten seltener und später an Asthma erkranken. Die übrigen hatten ein normales Erkrankungsrisiko.

Die Forscher können jetzt zeigen, dass die Wohnortnähe zu einer vielbefahrenen Straße, die ein Marker für die Luftverschmutzung ist, das Erkrankungsrisiko zusätzlich beeinflusst. Hyper-Responder, die weniger als 250 Meter von einer Hauptstraße entfernt wohnten, hatten ein 2,37-fach höheres Risiko als die Vergleichsgruppe. Die Odds Ratio von 2,37 verfehlte mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,97 bis 6,01 allerdings knapp das Signifikanzniveau.

Bei Hypo-Respondern, die mehr als 250 Meter von der nächsten Verkehrsader entfernt wohnten, war das Risiko dagegen signifikant um 54 % vermindert (Odds Ratio 0,46; 0,21–0,95). Diese Personen klagten auch signifikant seltener über Schlafstörungen (Odds Ratio 0,36; 0,12–0,91). © rme/aerzteblatt.de

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