NewsMedizinSehr hohe HDL-Werte sind möglicherweise schädlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Sehr hohe HDL-Werte sind möglicherweise schädlich

Montag, 3. September 2018

/jarun011, stockadobecom

München /Atlanta – Das Paradigma vom „guten HDL“ zweifeln Wissenschaftler um Marc Allard-Ratick von der Emory University School of Medicine, Atlanta, an. Entsprechende Ergebnisse haben sie jetzt auf dem Europäischen Kardiologiekongresses in München vorgestellt.

HDL wird häufig als „gutes Cholesterin“ bezeichnet, weil HDL-Moleküle den Transport von Cholesterin aus der Gefäßwand unterstützen und damit das Risiko von verstopften Arterien und Arteriosklerose senken können.

Anzeige

Die Studie basiert auf der Emory Cardiovascular Biobank und untersucht die Zusammenhänge zwischen HDL-Cholesterin-Werten und dem Infarkt- und Sterblichkeitsrisiko bei 5.965 Personen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, von denen die meisten bereits eine Herzkrankheit hatten.

In die Bewertung wurden weitere Faktoren einbezogen, nämlich Alter, Rasse, Geschlecht, Body-Mass-Index, Bluthochdruck, Rauchen, Triglyceride, Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin, Herzinsuffizienz-Historie, Myokardinfarkt (MI)-Historie, Diabetes, die Einnahme von Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern, die Einnahme von Beta-Blockern, Statinen und Aspirin und anderen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 3,9 Jahre.

Studienteilnehmer mit HDL-Werten über 60 Milligramm/Deziliter (1,5 mmo/L) hatten ein um fast 50 % erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu versterben oder einen Herzinfarkt zu erleiden, als Teilnehmer mit Werten zwischen 41 und 60 mg/Deziliter, berichtete Allard-Ratick. „Erhöhte HDL-C-Werte sind paradoxerweise mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse in einer Risikopopopulation verbunden, was auf dysfunktionelles HDL und beeinträchtigte Atheroprotektion hindeutet“, berichten die Forscher.

Diese Studienergebnisse seien bedeutsam, weil sie darauf deuteten, dass sehr hohe HDL-Cholesterin-Werte eventuell keine Schutzwirkung haben, erläuterte Allard-Ratick. Allerdings seien weitere Untersuchungen erforderlich, um diese Mechanismen im Detail zu verstehen: „Eines ist allerdings klar: Das Mantra vom HDL-Cholesterin als ‚gutem‘ Cholesterin wird nicht mehr für alle gelten“, so der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 3. September 2018, 21:42

Schlechte Figur der wissenschaftlichen Medizin in Sachen Arteriosklerose

In Arbeiten über die Arteriosklerose ist immer das zu lesen: Die Ursache der Arteriosklerose ist nicht völlig geklärt. (Anmerkung: Entweder ist etwas geklärt oder etwas ist nicht geklärt. Nicht völlig geklärt gibt es ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.)

In der Medizin hat man — wenn man etwas nicht zugeben möchte — sehr schnell die Wendung "Korrelation ist nicht Kausalität" zur Hand. Beim Cholesterin hat man noch nie daran gedacht, dass diese Wendung vor allem beim Cholesterin anzuwenden ist. Man bekommt nicht arteriosklerotische Gefäße, wenn man hohes Cholesterin hat, sondern man hat hohes Cholesterin, weil es der Organismus dringend zur Reparatur skorbutischer Gewebsbrüche an den Gefäßen benötigt wird. Cholesterin zu bekämpfen ist wie das Durchzwicken des Kabels der Öldruckkontrollleuchte, um das diese Leuchte zum Verlöschen zu bringen.
http://members.chello.at/meinewebseite/Emai.htm
LNS

Nachrichten zum Thema

24. Juni 2019
London – Bei Patienten mit stabiler Angina aber einem erhöhten Herzinfarktrisiko kann eine Perfusionsanalyse mit der Magnetresonanztomografie (MRT) eine behandlungsbedürftige Koronarstenose genauso
Stabile Angina: MRT kann Herzkatheter in der Diagnose ersetzen
21. Juni 2019
New York – Die Koronare Herzkrankheit, die lange allein auf einen ungesunden Lebensstil mit kardiometabolischen Risikofaktoren zurückgeführt wurde, hat auch eine genetische Komponente. Darauf sind
Koronare Herzkrankheit hat häufig genetische Ursachen
20. Juni 2019
Berlin – Kinder mit angeborenem Herzfehler bewältigen ihre Schullaufbahn meist gut. Knapp mehr als 83 Prozent von ihnen besuchen eine normale Grundschule. Dabei starten mehr als 73 Prozent mit sechs
Kinder mit angeborenen Herzfehlern kommen in der Schule meist gut zurecht
12. Juni 2019
Hamilton/Ontario – Wöchentliche Injektionen des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid haben in einer randomisierten Studie die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gesenkt
Typ-2-Diabetes: Dulaglutid senkt Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhält Nierenfunktion
7. Juni 2019
Phoenix/Arizona – Eine strenge Blutzuckereinstellung allein kann Patienten mit Typ-2-Diabetes über das Ende der Behandlung hinaus nicht vor künftigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dies kam in
Typ-2-Diabetes: Intensive Blutzuckerkontrolle ohne nachhaltigen Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen
7. Juni 2019
Philadelphia – Das unter der Obama-Administration verabschiedete Affordable Care Act (ACA) hat innerhalb weniger Jahre die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Todesfällen von Erwachsenen im erwerbsfähigen
Obamacare senkt kardiovaskuläre Sterblichkeit
5. Juni 2019
Berlin – Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), will den Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte machen. Das wurde heute im
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER