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Gezielte Smartphone-Nach­richten bringen Rheuma­patienten in Bewegung

Montag, 3. September 2018

/Syda Productions, stockadobecom

Berlin – Die rund eine halbe Million Menschen in Deutschland mit entzündlichem Gelenkrheuma verbringen die meiste Zeit des Tages sitzend. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) warnte nun jedoch vor den Folgen von zu wenig Bewegung und verweist auf ein Bewegungsprogramm, dass Rheumatologen am Rigshospitalet Glostrup bei Kopenhagen entwickelt haben.

Zunächst beraten Krankenpfleger Patienten dazu in drei Gesprächen zu dem Thema Bewegung. Die geschulten Trainer machen die Patienten zunächst auf die Risiken des Bewegungsmangels aufmerksam. Anschließend loten sie zusammen mit den Patienten aus, welche Möglichkeiten der persönliche Alltag für mehr Bewegung bietet.

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Dies konnten zunächst Kleinigkeiten sein, etwa der Verzicht auf die Fernbedienung beim Fernsehen. Die Krankenpfleger überlegten mit den Patienten zudem, welche Tätigkeiten, die sie im Sitzen verrichten, auch im Stehen möglich sind. Das Ziel ist, die sitzenden Tätigkeiten durch regelmäßige Steh- und Gehpausen zu verkürzen.

Laut der Begleitstudie, die in den Annals of the Rheumatic Diseases erschienen ist (2018; doi: 10.1136/annrheumdis-2016-210953), konnte das Programm die Sitzdauer der Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um mehr als zwei Stunden am Tag verkürzen. Zum Erfolg der Interventionen könnten nach Einschätzung von Lorenz auch SMS-Kurznachrichten beigetragen haben, die die Patienten unter der Woche einmal täglich daran erinnerten, wie wichtig die Bewegung für sie ist.

DGRh-Präsident Hanns-Martin Lorenz wies darauf hin, dass die körperliche Bewegung nicht nur positive Herz-Kreislauf-Effekte habe, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Rheumbehandlung selbst leiste. „Schmerzen und Abgeschlagenheit besserten sich in der Interventionsgruppe stärker, ebenso die Lebensqualität und die körperlichen Funktionen“, betonte der Experte.

Die Fachgesellschaft erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Rheumapatienten die Möglichkeit haben, in den Gruppen der Deutschen Rheuma-Liga etwas für ihre Bewegung zu tun. Der Selbsthilfeverband hat dafür zusammen mit Physiotherapeuten ein spezielles Bewegungstraining entwickelt.

Die Übungen dienen dazu, die kranken Gelenke in Bewegung zu halten, die Bewegung selbst zu verbessern und die Patienten bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Dieses Funktionstraining ist laut DGRh eine gesetzlich anerkannte ergänzende Leistung zur Rehabilitation rheumakranker Menschen und werde bei medizinischer Notwendigkeit durch Krankenkasse oder Rentenversicherung erstattet. © hil/aerzteblatt.de

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